VLMO: ESV Dresden - OHC Bernstadt 34:24 (14:16)

Ballier mit wichtigem Sieg im Kampf um den Klassenerhalt

Es gibt so Sonntage, da wacht man auf und weiß: „Heute wird’s schlimm!“ Also IBU 8000 rein, die Zeit, bis sie anschlägt, zum Reflektieren des eigenen Konsums nutzen und dann einfach hoffen, dass der Tag irgendwie versöhnlich endet. So oder so ähnlich hat es sich auch letzten Sonntag beim Schreiberling zugetragen, nachdem der vorabendliche Heimsieg der Ballier angemessen begossen wurde. Aber von Anfang an:

Trotz aller Bemühungen, es dieses Mal besser zu machen, und der folglichen Abdelegierung wichtiger Stützen ins gelobte Land a. k. a. den Westen wurde erneut die 1. Runde des HVS-Pokals überstanden (wir berichteten). Das Funkeln in den Augen der Partnerin in einer Fernbeziehung, nachdem man ihr die frohe Kunde überbringt, dass das handballfreie WE jetzt irgendwie doch gar nicht so handballfrei ist, ist im Übrigen gegen kein Geld der Welt einzutauschen. Riesiges Shoutout an der Stelle für das andauernde Verständnis <3

Höhenflüge aufgrund dieses Sieges blieben bei den Balliern aber natürlich aus, wohl wissend, dass der harte Ligaalltag vor der Tür steht. Hier ist man schließlich auf einer Mission: Die letzten Jahre, bis auf den Ausrutscher der Vorsaison, haben die Mannen am Erich-Ambrios-Ufer Demut gelehrt. Dementsprechend ist das einzig formulierte Saisonziel der frühzeitige Klassenerhalt. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass das rettende Ufer in den letzten Jahren mit:

 

2026: Radebeul 18 Punkte

2025: ESV Dresden 13 Punkte (Alter, hatten wir Schwein!)

2024: ESV Dresden 16 Punkte (Alter, hatten wir Schwein!)

 

erreicht wurde. Mit bisher mickrigen 9 Punkten war man vor dem Spiel also noch weit von diesem Ziel entfernt, was die Nervosität in der Führungsregie spürbar ansteigen lassen hat. Meister Hoffmann war gar so berührt, dass er sich gesundheitspräventiv Urlaub buchen musste: Surfcamp und Yogaretreat an der Algarve. Betriebsräte waren früher irgendwie auch mal anders …

Vor dem Hintergrund dieser angespannten Situation investierte man noch mal alles in die Vorbereitung aufs nächste Spiel. Montag wurden bestimmt nur 60 Minuten Fußball gespielt und Mittwoch die Spielzüge sogar mit Gegenspielern gelaufen: Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

Top vorbereitet ging man somit in den Showdown am Samstag. Zu Gast waren unsere sympathischen Freunde aus Bernstadt, die sich von unserem Erfolgsrezept der letzten Jahre inspirieren lassen haben und das Startmodell „0:X Punkte und ab da Prinzip Hoffnung“ nun diesjährig ebenfalls das erste Mal zur Aufführung bringen. Toi, toi, toi (Rat aus Erfahrung: Cool bleiben, wie Kevin Großkreutz). Wer nun aber glaubt, dass aufgrund der vorliegenden Punktedifferenz und des Heimvorteils ein eindeutiges Spiel entsteht, hat sich getäuscht. Egal, ob man aufgrund der oben beschriebenen brenzligen Lage nicht ganz bei der Sache war oder sich das Motto des Tages doch ein bisschen zu sehr auf die Fahne geschrieben hat, die 1. Hälfte war auf jeden Fall eins: gruselig. Kollektiv entschied man sich in der Abwehr, als Geister zu agieren und im Angriff dem Horror in Form von Torabschlüssen ein Gesicht zu geben. Die Gäste nahmen das Süße dankend an und gaben uns im Gegenzug ordentlich Saures. Aber: Trotz dieser katastrophalen eigenen Leistung ging man letztendlich nur mit einem 2-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause.

Dort schien Coach Frankenstein das moralische Gewissen dann doch einzuholen und so entschied er sich dazu, aus dem Monster, das er erschaffen hat, ein halbwegs geradeauslaufendes Etwas zu formen. So richtig schön wurde es an diesem Abend nicht mehr, aber mit der nachlassenden Kraft der Gäste und einer sich stabilisierenden Leistung der Ballier wurden letztendlich doch die Kräfteverhältnisse geradegerückt. Endstand: 34:24. Erfreulich: Flügelflitzer Aaron, a. k. a. Chucky, die Mörderpuppe, der sich am Vorabend noch ca. 15 Glasmantelgeschosse im Kaliber 0,5 l mit Kronkorkensicherung reingedonnert hat, konnte mit Treffsicherheit glänzen. Und auch unser dienstältester Linienläufer auf der anderen Seite schnürte noch mal die Schuhe, konnte seinen Teil mit Toren beitragen und hat sich so gebührend verabschiedet. Wir werden dich vermissen, Paulchen <3

Am Ende steht ein Spiel, ähnlich wie ein Feiertag am Wochenende: Nüscht Halbes und nüscht Ganzes. Komisch halt. Was aber zählt, sind die nächsten zwei Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt. Davon ist man zwar noch ein bisschen entfernt, wir bleiben aber fokussiert und voller Hoffnung, unser Ziel zu erreichen. Dann kommt vielleicht auch Hoffi wieder zurück, braun gebrannt, und schenkt uns allen ein selbst gebasteltes Freundschaftsbändchen oder einen Traumfänger. Ich würde mich freuen.
PS: Danach gab's natürlich wie immer 1000 Bier und geschnäpselt wurde dieses Mal auch. Das führt uns zum Einstieg dieses Berichts. Mein Fehler, mach ich nicht mehr. Zumindest bis zum nächsten Heimspieltag im Lokschuppen: 08.11. gegen Rietschen!

Es gruselten Sich: Coach Frankenstein, Frankensteins Monster (34)

 

 

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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