Ein wahrer Feiertag
Wir schreiben den 03.10.2026: der Tag der Wiedervereinigung vom Verfasser dieses Spielberichts mit den ESV- Männern. Hatte der Schreiberling dem Hoffi eigentlich das gleiche Versprechen gegeben wie
die Klitschkos sich selbst und nicht gegeneinander anzutreten, verleiteten die Umstände nun doch dazu. Denn während man die vorletzte Saison des ESV mit dem erst in der Relegation erlangten Klassenerhalt mit dem Gleichnis passend beschreiben kann: „Sieht aus wie Scheiße, riecht wie Scheiße, schmeckt wie Scheiße -> Zum Glück bin ich nicht rein getreten“, ist der KJS letztes Jahr leider doch rein getreten. Somit kam es doch zum Duell, ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit. Mit ein paar mutigen DDR-Bürgern, welche in Plauen und Leipzig auf die Straße gingen, um friedlich für Ihre Freiheitsrechte zu demonstrierten, fing es an, was letztendlich den Sturz der Mauer und des Ost-/ Westblocks provozierte. Eine wahrlich einzigartige und beeindruckende Erfolgsgeschichte, die in der heutigen Welt noch beeindruckender erscheint. Endlich waren auch ostdeutschen Bürgerinnen und Bürgern Güter wie Bananen und Joghurt zugänglich. Und kein Jahr später verschmolzen dann am 3.Oktober 1990 West- und Ostdeutschland zu einer gemeinsamen Bananenrepublik. Wer kann besser also über die Geschehnisse an diesem Tag 36 Jahre später berichten als der Schreiberling, der als Paradebeispiel eines Kindes der Einheit beschrieben werden kann (16 Jahre in BaWü , 14 Jahre in Sachsen gelebt).
Aufmerksam machen will er auf die vielen Gemeinsamkeiten (zum Beispiel in der Sprache) zwischen Ost und West, bzw. zwischen Sachsen und Schwaben. So verwenden beide verhältnismäßig viele „sch“-Laute in Worten, nur an unterschiedlichen Stellen (fertsch; dreissch / kommsch her?; Basilikumpeschdo). Außerdem nutzen beide häufig die Verniedlichungsform (Häusel; Guschel / Häusle; Göschle) und haben eine große Affinität zum französischen. Die BaWüler mit übernommenen Worten (Trottoir; Bagage) und die Sachsen, indem Sie noch gekonnter als die Franzosen selbst mit Umlauten umgehen können und diese exorbitant häufig nutzen. Ein weiterer Schulterschluss entsteht durch den gemeinsamen „Gegner“. Denn wie sagte schon Volker Pispers: „Wenn man weiß, wer der Feind ist, hat der Tag Struktur.“ Es kann also nur von einem die Rede sein: Bayern.
Sie wollten schon immer mal wissen, wie es sich in den 90er Jahren gelebt hat? Besuchen Sie einfach irgendein Hotel in Bayern. Hier bekommen Sie ein authentisches Erlebnis mit Röhrenfernsehern auf den Zimmern und keinem W-Lan (höchstens ein Balken und der versteckt sich irgendwo in der Hotellobby). Werden Sie Zeuge der permanent auftretenden Situation, dass Sie in tiefstem Urbairisch angesprochen werden und wenn die Person merkt, dass Sie nichts verstehen sich denkt: „Mhm, er versteht wohl kein bairisch, besser ich rede lautes bairisch. Das versteht doch jeder, oder?“ Gehen Sie dorthin, wo Menschen Ihre Nase noch höher tragen als die Berge hoch sind, die sie umgeben.
Kommen Sie in den selbsternannten Nabel der Welt und stellen Sie sich die Frage, wozu man den Bauchnabel überhaupt braucht. Wie sagte Mickie Krause einst: „Finger in Po -> Mexico; Finger in Hals -> (bairische) Oberpfalz.“
Bayern -> wenn man Österreich auf Wish bestellt.
Zum Glück fand die Partie zwischen dem KJS und dem ESV bei guten Gastgebern in Kamenz, im sorbischen Sektor, der zweisprachig beschilderten Heimat der leckersten Brühwurst der Welt, statt. Der Grund für den Ortswechsel: Jeder Dresdner Handballverein, der was auf sich hält, muss in der Bertolt- Brecht- Sporthalle mal seinen Heimspieltag ausgetragen haben. Der KJS, die Sportis, Elbflorenz, der HSV und an jenem Feiertag eben der MSV. Leider hatte der spontane Besuch in Kamenz die Folge, dass keine Mannschaft duschen durfte aufgrund von Legionellen. Das sind die Dinger aus den Asterix-Comics „Asterix als Klempnergehilfe“ und „Asterix im Obibaumarkt“. Zudem trat das Problem des Anreisens in die Kamenzer Sporthalle am Flugplatz auf. Die Idee ein Flixplane zu chartern oder mit dem Segelflieger, da Segelflugschein beim Abwanderungsunwilligen vorhanden, und vom Dresdner Flughafen zum Kamenzer Flughafen (Flugzeit ca. 83 Sekunden) zu gleiten, wurden letztlich verworfen und stattdessen ein Fahrzeug gemietet. Das E in ESV steht schließlich für Einmaliges Anmieten, das S für Spaß und das V für Volkswagen. Ein weiteres Problem war die weite Anreise für die Zuschauer. Aber wenigstens war der Eintritt frei und Sie wurden nicht mit Eintrittspreisen konfrontiert, welche man teilweise noch heutzutage im Kreisliga-Fußball vorfindet:
Erwachsene: 5€ / Frauen, Kinder, körperlich Eingeschränkte: 3€
Eine solche chauvinistische Preispolitik ist im Handball zum Glück nicht anzutreffen und erst recht nicht im Lokschuppen, ganz im Gegenteil. Der ESV ist so progressiv, hier zahlen Frauen und Kinder sogar mehr und Rollstuhlfahrer das Doppelte. Speziell jene bekommen dafür aber auch ein hohes Maß an Barrierefreiheit geboten. Aus der Tram raus direkt in die Lokhalle (mit einem Zugangsweg von nur 3 km). Aber Vorsicht: Aufgrund der Hockeybanden ist die richtige Felgengröße zu wählen, um drüber gucken zu können (19 Zoll-Leichtmetall wird empfohlen).
Als der Schreiberling das Erste Mal daran dachte, den Bericht zu schreiben, kam Ihm schreckhaft der Gedanke: „Wie soll ich das hinbekommen, schließlich war ich die letzten 1,5 Jahre nicht einmal im Training?“, bis Ihm die Erkenntnis kam, dass er die 1,5 Jahre davor, noch in den Diensten der Thekentruppe, berufsbedingt genauso selten im Training sein konnte. „Irgendwie klappt das schon“, sagte er sich, doch musste beim Eintreffen in Kamenz mit Verwunderung feststellen, dass so viele neue Gesichter auf Seiten der ESV- Mannen mit bei waren. Wer zum Beispiel ist dieser Schlaubi, wer ist jener der Douglas heißt? Wer ist er mit dem Stirnband, wer ist er mit der Arjen Robben Gedächtnis Unterhose, wer ist der jüngere der beiden Ehmke-Brothers, wer ist der Mann mit dem Pferdeschwanz und dem Zopf im Haar und wer ist bitteschön jene Person, die wie das Kind aussieht, das aus einer Liebschaft zwischen Till Reiners und Felix Kummer hervor gegangen sein könnte? Das alles fragte der Verfasser sich in dem Wissen, wie streng die Auflagen normalerweise sind, um ESV-Mitglied zu werden.
Denn wie jeder weiß, setzt sich der ultimative ESV-Akteur aus 60% gutem Aussehen, 10% Charisma, 25% Trinkfestigkeit und 15% Detailversessenheit zusammen. Es gibt normalerweise immer nur eine Ausnahme (eine Wild-Card sozusagen), um doch aufgenommen zu werden: Man muss Brandenburger sein oder mal in Brandenburg gewesen sein oder wenigstens von der Existenz dieses Bundeslandes wissen. Dann, aber auch nur dann erbarmt sich der Hoffi und lässt die Leute Teil des Vereins werden und kassiert den äußerst erschwinglichen Mitgliedsbeitrag ab. Doch scheinbar hat alles nichts geholfen und der Brandenburgeranteil ist im Verein auf ein historisches Tief von nur noch um die 50% gefallen. Der Status als preußische Exklave befindet sich damit in der Schwebe. Besorgniserregend. Das ist nicht mehr mein ESV.
Allerdings ist ein Preuße erfreulicherweise wieder heimgekehrt mitsamt seinem Zwillingscousin oder seinem leiblichen Stiefbruder oder wie nennt man das? Die Rede ist natürlich vom Doktor, der in seinen endlich wieder allwöchentlich stattfindenden Philosophiestunden mit seinen Studenten versucht, die wichtigsten Fragen unserer Zeit zu erörtern. Zum Beispiel: Schmeckt Pinguinfleisch mehr nach Fisch oder nach Hühnchen? Ist für jemanden mit Apfelallergie das Ungesündeste, was er im McDonalds essen kann die Bio-Apfel-Tüte? Kann man einem Friseur mit Glatze oder einem Brillenverkäufer ohne Brille vertrauen? Stehen die Zahlen der früheren HVS-Spielbälle Molten 5000 (Made in Bangladesh) und Molten 3800 (Made in Pakistan) für den Jahreslohn der dortigen Fabrikarbeiter und wenn ja, in welcher Währung, wer hat inflationsbereinigt am Ende mehr und wie viel Geld ist das umgerechnet eigentlich in tschechischen Kronen? Das müsste man mal den Timmi fragen, der inzwischen immer auf Klo den Braunbären aus Darmstadt befreit. Der war mal in einem Wechselkurs. Warum bitte gibt es Straßenschilder mit der Aufschrift „Nicht ablenken lassen“ die einen während der Fahrt ablenken. Wenn die FDP (für die jüngeren Leser: das war mal ne Partei) ständig davon gefaselt hat sie fordern mehr Individualverkehr, war das ein versteckter Code für mehr Selbstbefriedigung? Ist die Kiwi die (an Vitaminen) reichste Frucht, weil sie Pelz trägt und bekommt man sie Fairtrade und zu einem Bombenpreis nur im Osama Bio Laden? Und was zur Hölle ist bitte ein inzwischen im Sportjournalismus dauernd genanntes „Heft des Handelns“? Auf diese und viele weitere Fragen werden wir sicher niemals eine zufriedenstellende Antwort bekommen, außer vielleicht bei der Pinguinfrage. Dafür müsste man mal in einem antarktischen Restaurant nachfragen, beim Südpolen um die Ecke. Aber Vorsicht. Wenn es dort Krakauer und Soljanka zu essen gibt, wars der falsche Südpole.
Nach einem kurzen Plausch, kurz vor der Erwärmung, bekam der Schreiberling so nebenbei mit, dass die Thekentruppler die einst in der Vorbereitung übliche Schnitzeljagd nicht mehr haben stattfinden lassen. Zur Erklärung: Früher bei der Schnitzeljagd wurde die Trainingsgruppe nahe Stadtmitte in zwei Laufgruppen eingeteilt, welche dann zu berühmten Dresdner Sehenswürdigkeiten joggen und ein Beweisfoto schießen mussten. Wer alle Spots zuerst abgelaufen hatte war das Siegerteam. Vielleicht kann man diese Tradition in Zukunft wieder aufleben lassen. Ich hab zwar keine gute Ortskenntnis, da zugezogen („Neigschmeckt“), dafür ein gutes Erinnerungsvermögen und kann deshalb wieder geben, was auf Seite 1 des Dresden Reiseführers stand, den ich beim Umzug bemüht hatte:
„Die Vier wichtigsten Dresdner Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss, sind: die Yenidze, das Heinz-Field, die Ballsportarena und der Parkplatz P3.“ Vielleicht lässt sich ja aus diesen Infos eine schöne Laufstrecke draus zaubern.
Nach der Erwärmung und dem üblichen Shake-Hands, war alles angerichtet für die beiden noch ungeschlagenen Mannschaften aus der Landeshauptstadt, dem absolutem Spitzenspiel der noch jungen Saison in der Verbandsliga Ost. Anpfiff. Der Auftakt für die Ballierer gelingt nach Maß. Nach einer viertel Stunde stehen bereits 10 Buden und ein 5-Tore Vorsprung auf der Anzeige. Jeder Schuss ist ein Treffer egal wer wirft und egal aus welcher Lage. Angeschoben vom Oleg, dem hanseatischen Gisli Kristjansson, wird die 4:2 Deckung der Elbfighters seziert und die offenen Räume attackiert. Zur selben Zeit wächst der Münsteraner in Spe in der ESV-Kiste über sich hinaus und vernagelt das Tor zwischenzeitlich vollständig. Nur mühsam kommen die Gastgeber in Tritt und es bedarf der Freiberger Dreifaltigkeit, um den Anschluss für die Elbfighters zur Pause herzustellen. Ein Grund für die löchrige KJS-Abwehr ist sicherlich das verletzungsbedingte Pausieren des Abwehrchefs, der zum Glück keine nachträglichen Schäden davonträgt. Somit bleibt ihm der Gang in die Ambulanz erspart, was gut ist, da es in den Kliniken und in der Medizin allgemein häufig zu Missverständnissen kommen kann.
Wie zum Beispiel in der Schönheitsklinik, wenn der Chirurg seinen Assistenten während der Operation fragen muss, ob er mal bitte die Fresse halten kann. Oder in der Geburtenklink, wenn der Geburtenhelfer seinen Chefarzt fragt: „Wie viele Beschneidungen müssen wir heute durchführen?“ Arzt: „45.“ Helfer: „Na, da haben wir ja ganz schön viel VorHeute.“ Oder bei Amputationen. Arzt: „Leider müssen wir den Oberschenkel amputieren.“ Patient: „Naja, aber wenigstens bleibt mir der Unterschenkel.“ Oder wenn auf Werbeplakaten für eine Geschlechtsumwandlungsklinik steht: „Entscheiden Sie sich jetzt.“ Und „Keine Abofalle. Direkt nicht mehr Mitglied sein.“
Die Partie zeigt derweil mal wieder auf, dass auf Rechtsaußen auch Rechtshänder zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande sind. So bleiben der Riesaer Herzensbrecher und der Trikothamster, dessen ESV-Vermächtnis nicht genannt werden darf, bei ihrer Wurfquote absolut fehlerfrei. Egal ob von Außen oder Konterwürfen. Nach kurzer Recherche im Handballregelwerk der Schock: Auch Rechtsaußen sind berechtigt Konter zu laufen. Warum man beim ESV auf dieses taktische Meisterstück nicht schon bereits vor Jahren gekommen ist, bleibt ein Geheimnis.
Auf die spätere Rückfrage, wie man bitte zu einem Trikothamster wird, folgt die Antwort: „Gibt’s doch alles im ESV- Fanshop. Dieser scheint nicht nur im niederen Mittelsachen, sondern auch im mittleren Niedersachsen gut nachgefragt zu werden. So kann man dort bei der Versteigerung der alten und extra mit dem eigenen Blut signierten Handballschuhe des Stirnbandtonis mitbieten. Als selbsternannter Turnschuhmann besteht an jenem Schuhwerk allerdings kein Interesse, da die Schuhe Weiß sind, so wie inzwischen 95% aller Hallenschuhe. Selbst beim Sporteln ist heutzutage nur noch Business, „sportlich modern“ und „schlicht“ angesagt. Würg. Wo bleibt der Pep? Wo das Zuckerle fürs Auge? Mal ein bisschen Farbe ins Spiel bringen. Ist das denn zu viel verlangt?
Nichtsdestotrotz kann man noch weitere Produkte im Shop auffinden, wie die nur für kurze Zeit erhältlichen, streng limitierten (Stückzahl 900000) ESV- Ohrringe. Oder das exklusive ESV- Bauchnabelpiercing (Achtung: für Intimbereich nicht kompatibel). Und letztens gab es das Hammer Angebot: kaufe 20 ESV- Nippelhütchen und bekomme das 21ste satte 5% günstiger.
Zum Halbzeittee liegen die Ballierer mit 2 Treffern in Front. Da der Schreiberling nicht in der Kabine der Gäste sein konnte, muss er haltlos darüber spekulieren, was der Hoffmaster seinen Schützlingen in der Kabine erzählte. Wahrscheinlich fielen die Sprüche: „Außen guggn“ und „Mit 100% in die Lücke“, „Ziehen bis zum Schluss“. Und da der Hoffi ja auch für seinen beißenden Humor bekannt ist, hat er sicherlich zum Schluss, zum Auflockern der Stimmung, noch einen herben Witz zum Besten gegeben, wie womöglich diesen hier:
Ein Sadist, ein Sodomist, ein Nekrophilist und ein Masochist sitzen in einer Bar zusammen am Tisch. Sagt der Sadist: „Lasst uns eine Kuh kaufen und sie töten.“ Sagt der Sodomist: „Lasst uns eine Kuh kaufen, mit ihr Sex haben und sie dann töten.“ Entgegnet der Nekrophilist: „Lasst uns eine Kuh kaufen, mit ihr Sex haben, sie töten und dann nochmal mit ihr Sex haben.“ Darauf der Masochist: „Mmuuuuhh.“
Mit Beginn der 2. Hälfte gelingt den Gastgebern den knappen Rückstand in einen knappen Vorsprung zu verwandeln. Allerdings wird dieser Vorsprung bis zum Spielschluss nie mehr als 2 Tore betragen. Dies liegt unter anderem auch am Olli O., welcher jetzt auch anfängt zu scoren. Dies ist ihm letztes Jahr bereits außerordentlich gut gelungen. So stand er letzte Saison am Ende in der Torjägerliste aufm Stockerl. Gratulation. Doch noch größere Glückwünsche müssen der Liesel vergeben werden, da Ihr der Coup in der VLO der Frauen gelungen ist, die Torschützenkrone zu holen. Damit hat Sie endgültig eine neue Tradition ins Leben gerufen und die sachsenweit bekannte Floskel erweitert zu: „Der Aufstieg und die Torjägerkanone gehen nur über den ESV.“
Jedenfalls hat der hessische Herkules eine bewegte Lebensgeschichte in seinen noch jungen Jahren bereits hinter sich und wandert zwischen Ost und West, zwischen Dresden, Görlitz und Kassel und Frankfurt hin und her. Unzählige Geschichten könnte der Mann erzählen, die sicher mehr als zwei Rap- Alben füllen würden. Hafti wäre neidisch. Zum Beispiel könnte er von seinem Lehrerjob in den USA in Haribo, Colorado berichten, oder wie Ihm die amerikanischen Party- Knigge beigebracht wurden. Diese sind: Immer ein Schälchen entkernter Oliven auf der Badezimmeranrichte zu haben und die Pump- Gun im Weinkeller.
In den letzten 10 Minuten spitzt sich die Partie zu. Der KJS geht in Führung, ESV zieht nach. Immer und immer wieder. Letztlich verkommen die finalen Minuten zum Siebenmeterwerfen. Jeder Angriff endet gefühlt damit, dass der Statementsetzer oder das tapfere Richterlein an den Strich müssen (Hauptsache nicht auf). Einstmals saßen Sie zusammen im Selben Piratenboot in der Nassau- Sporthalle (bis zum Wasserschaden). Nun verkommt es zum Schluss zu einem Kamenzer Standoff, bei dem sich keiner eine Blöße gibt. Wahnsinn.
Die Sirene ertönt. Schluss. Aus. Punkteteilung. Beide Mannschaften weiterhin ungeschlagen und grüßend von der Tabellenspitze. Und ein geradezu Schicksalhafter Endspielstand, wenn man weiß, welche Nummer der Spieler, der für beide Mannschaften gespielt hat/ spielt, trägt.
Nach der Partie gibt’s noch bei Bier und Kuchen einen kleinen Nachbesprechungsplausch, bei dem geklärt wird, wo eigentlich der Rest der ESV- Rasselbande geblieben ist. Zum Beispiel, wo der weitere Südländer aus dem Westen der Republik (Plauen) steckt. Ja die Rede ist vom Sascha, braun gebrannt, Brustbehaarung, mit dem unwiderstehlichen Schnörres aus dem iberischen Teil des Vogtlandes. Die Befürchtung, dass er von Cunewalde für einen der Vier Portugiesen gehalten wurde, die Sie bereit waren zu verpflichten, wurde Beiseite geräumt. Anscheinend war er nicht anwesend, weil er wieder mal aus Versehen seinem Beförderungsmittel, seinem domestizierten Kampstrauß den Hals umgedreht hat. Er kann seine schiere Kraft eben manchmal nicht richtig einschätzen. Vielleicht war es auch besser, dass er nicht mitgereist ist, da noch zu früh am Abend, noch vor 22 Uhr und in dem Wissen, dass er mit seinem weiteren Sportfreund als ehemalige Partybeauftragte bei einer potenziellen Fete einen Tanzstil pflegen würde, den man als „äußerst sexuell“ und „nicht jugendfrei“ beschreiben müsste. Vom Osmanischen Bäucheltanz ganz zu schweigen. Zu guter Letzt wurde zur Feier des Tages gemeinschaftlich die inoffizielle deutsche Nationalhymne, komponiert vom größten Wortvirtuosen unserer Zeit, angestimmt. Die Rede ist von H.P. Baxxter- Always Hardcore. Es wurden platonische Zungenküsse ausgetauscht und klargestellt, dass die Türen des Lokschuppens immer offen wären, so wie auch das Dachfenster. Wenn das nächste Mal der Graffiti- Sprayer wieder unerlaubt am Werke ist, kann er das ja bitte mal schließen.
Bis dahin
Adé, war schee
Für die Preußische Rasselbande liefen auf:
Volkswagenfahrer wider Willen; Torhüterschnupperpraktikant
Goodbye Ostdeutschland- Der Auswaderer(1); Backazubi (3); Statementsetzer (12/9); Schachtigall, ick hör dir trapsen (2); der hanseatische Gisli (3); Stirnbandtoni; Riesaer Herzensbrecher (4); das neue ESV- Urgestein aka. sexy Flanders; leiblicher Stiefbruder; hessischer Herkules (4); der Trikotsammler aka. eine Legende in der Mache (3); Senior Senior Junior (6); Torwartteilschicht
