VLMO: ESV Dresden - HSV Weinböhla 33:32 (18:18)

Gehen, wenn’s am schönsten ist…

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben…“  oder was Ähnliches, weniger Cleveres wird sich wohl der Schreiberling gedacht haben, als er vor ziemlich genau drei Jahren mit blauem Oberarm (vielen Dank an dieser Stelle an Herrn C.) eine Nacht am Leipziger Hauptbahnhof verbrachte. Wenige Stunden zuvor war er noch im altehrwürdigen Lokschuppen gewesen, um, wie hatte er es so schön umschrieben, mal für ein Probetraining vorbeizuschnuppern. Nach 1 ½ Stunden voller Kicken, oder Pebbeln, wie ihm sehr schnell beigebracht wurde und harten Würfen war es dann auch schon vorbei. Nicht berücksichtigt in der Reiseplanung war allerdings das frisch gezapfte Bier nach dem Training, das nicht nur seine Wechselentscheidung endgültig besiegelte, sondern auch dazu führte, dass der letzte Anschluss am Leipziger Bahnhof verpasst wurde.

Und der Schreiberling sollte mit seinen Gedanken recht behalten. Drei Jahre voller Spaß, Familie, Osterwanderungen, Weihnachtsfeiern, Abschlussfahrten und Ballier-Cups später stand er nun vergangenen Samstag in seinem halbleeren Zimmer auf, um ein vorerst letztes Mal einen Heimspieltag in eben diesem Lokschuppen zu bestreiten. Eine kleine Träne verdrückt, ging es dann schon um 11:00 Uhr los mit den 3. Herren, eben jenem Team, das ihm über zwei Saisons jegliche Tipps und Tricks für den weiteren Werdegang beibrachte. Der Gegner war dabei ausgerechnet Bärenstein, der Verein, gegen den er sein Debüt in den tiefsten Bergen gab und seine gesamte Technik und Beweglichkeit zur Schau stellen konnte. Es folgte die 2. Frauenmannschaft, und back wie ein Rücken war dabei Magdalena, was natürlich ausgiebig gefeiert wurde. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle auch nochmal vom Schreiberling! Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause mit Mama-Schreiberling ging es dann zu den Topspielen, wobei die erste Damenvertretung gleich mal eindrucksvoll zeigte, wie man gegen Weinböhla gewinnt. Einen rituellen Liter Energy Drink schnell runtergekippt, etwas zu den musikalischen Kunstwerken des neuen DJs bewegt, den typischen Kabinenansprachen gelauscht und sich an der wie so oft großartigen Stimmung erquickt, ging es dann los, das (vorerst) letzte Ligaheimspiel seiner ESV-Karriere.

Und was für ein Spiel es war! Los ging es vogelwild, schneller Angriff nach schnellem Angriff, und die Tore fielen schneller als gewisse Torhüter beim Einlaufen. Beide Offensivreihen zeigten schönen und schnellen Handball, und auch die Trefferquote schien sich im Vergleich zur letzten Woche gesteigert zu haben. Nur in der Abwehr und beim Torhüter fehlte teilweise der nötige Zugriff. Obwohl „Torhüter“ in der ersten Halbzeit wohl eine etwas euphorische Bezeichnung war, denn das Tor zu hüten vermochte der Schreiberling erst mal nicht. Vielleicht reicht nächstes Mal dann auch der halbe Liter vor dem Spiel. Also konnte man sich trotz zwischenzeitlicher 5-Tore-Führung, auch dank stark kämpfender und spielender Weinböhlaraner, nicht entscheidend absetzen. Und jeder weiß, dass das S in ESV nun mal für Spannung steht. Aber was wäre auch ein Samstag ohne hohen Blutdruck? Nach einer TÜV-konformen, händischen Stabilitätsprüfung des Pfostens ging es dann mit einem Halbzeitstand von 18:18 in die Kabine, ein Wert, der bei anderen Spielen letzte Saison schon als Endstand durchgegangen wäre.
Die zweite Halbzeit verlief kein bisschen weniger spannend. Während man in der Abwehr etwas besseren Zugriff fand, kamen dafür auch die Torhüter im gegnerischen Kasten immer besser ins Spiel. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle sicherlich Mielchen Jr., der mit seinen 10 Toren maßgeblich zum Spiel beitrug. So konnte sich bis zur letzten Sekunde keiner richtig absetzen, und die letzte Minute war spannender als der neueste Eberhofer.
Noch 7 Sekunden, ESV führt mit 1, Freiwurf Weinböhla, die Zeit ist angehalten und los geht's und ..... die Abwehr hält. Nochmal Freiwurf, die Sirene trötet. Die Halle ist still, man wartet auf die Entscheidung der Schiedsrichter. Alle Augen in der Halle auf die Hände des Gespanns gerichtet.... Und dann heißt es Freiwurf ausgeführt, Spiel vorbei! Die Spieler rennen zum allseits beliebten Im-Kreis-Hüpfen zusammen, um die schwierigsten 2 Punkte der bisherigen Saison zu feiern. Und wie macht man das am besten? Natürlich mit einem kleinen Bierpong-Turnier, wie sich das halt gehört. Das V steht halt eben auch für viel Spaß.

An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei allen im Verein bedanken. Ich hätte mir die letzten drei Jahre hier wirklich nicht besser vorstellen können. Ich hatte viel Spaß, viel Spannung, viele schöne Momente und habe vor allem viele gute Freunde gewonnen. Das E steht halt eben auch für famieliE. An diese Zeit werde ich immer gerne zurückdenken und es freut mich, diese mit euch geteilt zu haben. Und wer weiß, was in zwei Jahren ist. Auf jeden Fall werde ich mich noch öfters im Lokschuppen blicken lassen, von Münster aus ist es ja auch nur ein Katzensprung.

Es spielten:
Nicki Minaj, ASAP Rocky (1), Kontra K (5), MoTrip, The Notorious J.O.B. (7), Floh-Rida (1), Drake, Eich Cube (4), Felix Blume, G-Eazy, Rentzsch Montana, Olexesh (3), Joseph Bada$$ (2), Eminem (10)

P.S.: Ein letztes Derby am kommenden Wochenende werde ich mir natürlich auch nicht nehmen lassen, auch wenn’s nach Kamenz geht. Und der Grubenlampe nochmal Hallo zu sagen, gehört sich natürlich auch!

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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