Geneigte Leserschaft,
die vierte Staffel von "Bridgerton" ist endlich erschienen und hat die Wohnzimmer der Nation in ihren Bann gezogen. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, stand dieses Wochenende auch noch die zweite Episode des obligatorischen Eisenbahner-Hannover-Besuchs an.
Um unserem Exil-Ballier einen Besuch abzustatten und einen essentiellen Beitrag zur Wiedervereinigung zu leisten, machten sich dementsprechend am Freitag 7 1/2 Honigdachse auf den steinigen Weg in die meist unterschätzeste Stadt Deutschlands.
Da das geplante Testspiel aus Angst vor der Ostdeutschen Härte leider abgesagt wurde (@Vinnhorst14 eigentlich sind wir ganz lieb), hieß es, auf dem direkten Weg die Hannoveraner Bar Szene unsicher zu machen. Im Gegensatz zur vorgegangenen Spielabsprache gelang dieses Vorhaben sehr gut, sodass man sich anschließend auf den Weg ins Tanzlokal „Barkarole“ machte. Auch wenn wir versucht haben, unsere handballerischen Qualitäten auf der Tanzfläche zu verstecken, kamen uns geschulte Hannoveraner Analysten auf die Schliche. So kam die Frage auf, warum wir nicht im „Eve-Club“ seien, weil da ja immer alle Handballer hingehen würden. Wir, mit unserer vortrefflichen Ortskenntnis, hatten darauf zwar keine Antwort, haben uns diese Lokalität aber für den nächsten Besuch fest vorgenommen.
Nach einer hervorragenden Nacht in Halbpension im Hotel Appel (gerne 5 Sterne da lassen) begann der Samstag mit einer historischen Niederlage von Team Alt bei Schlag dein Team. Personifiziert durch das Versagen des selbsternannten „Top 3 Fußballer“ setzte sich die jugendliche Spritzigkeit nicht nur bei den aktiven Spielen durch, sondern wusste auch bei Geschicklichkeit und Denkvermögen zu überzeugen.
Auf der einen Seite euphorisiert, auf der anderen Seite demoralisiert, ging es anschließend weiter zum zweit-liebsten Laden vom Schreiberling. Der Shopping-Teil im Italienischen Großmarkt fiel zwar sehr kurz aus, dafür wurde sich aber mit voller Vorfreude auf das gastronomische Angebot gestürzt. Von Pizza über Pasta bis Oktopus (gefangen per Schleppnetz) wurde die vollständige sizilianische Kulinarik ausprobiert. Dabei durfte natürlich auch der obligatorische Aperitif nicht fehlen. Dieser schmeckte einigen so gut, dass sie förmlich ins Schwitzen kamen oder die Lautstärke ihres Stimmorgans unterschätzten. So hallte es „Ich streichel die Ziege und erzähl es jedem“ durch die Hallen Italiens, sodass sich manche fragten, was genau damit gemeint sein könnte. Andere wiederum, immer noch demoralisiert durch die vernichtende Niederlage zuvor, beschwerten sich über zu viel Limoncello im Limoncello Spritz ... Muss ja jeder selbst wissen.
Gestärkt in jeglicher Hinsicht, ging es weiter mit einem kleinen Stadtspaziergang durch den Grünen Norden der Stadt. Einzig und allein aufgehalten durch ein C-Jugend Fußballspiel, hieß es, sich langsam mental auf den Support unseres Herrenhausener Lieblings-Linksaußen vorzubereiten. Der kurze Abstecher beim Irischen Lokal unseres Vertrauens sollte vorher aber nochmal Kraft geben. Auch wenn bei der Bestellung des „Fat Tony's” uns wider Erwarten leider ein Burger hingestellt wurde, konnte das die Vorfreude nicht weiter schmälern.
So kam es, dass der ESV Tross pünktlich zum Anpfiff in der ehrwürdigen Wendlandhalle ankam. Anfänglich hatte das supportete Team und somit auch die Zuschauerschaft nicht viel zu lachen. Doch als Spielzüge wie „Frankreich hoch” oder „Schlange Links” mit in das Offensive-Repertoire aufgenommen wurden, wendete sich das Blatt. So konnte, auch durch den Support von den Rängen, in letzter Minute der Ausgleich erzielt werden.
Nachdem die MVP-Entscheidung relativ schnell geklärt war, konnte der am Ende gewonnene Punkt endlich zelebriert werden. Zu den Klängen der 90er Jahre wurde getanzt, gefeiert und nochmal der Finger in vorhandene Wunden gelegt.
Am Sonntag hieß es nur noch, Sachen packen und Adios zu sagen. So im Resümee war das mit der Wiedervereinigung ja doch gar nicht so 'ne schlechte Sache. Wir kommen wieder!
Danke an GOAT für die sichere Fahrt!
Danke an JENGA-Profi für die Herberge!
Weitere Erkenntnisse des Wochenendes:
1. Die Avancen des eingeschleusten externen Spielerberaters blieben alle erfolglos!
2. Wau, Wau?
3. Manchmal sind 3 Fragen einfach 3 Fragen zu viel!
Ach ja, da war ja noch was:
Durch eine überragende Teamleistung und einen lautstarken Support der Zuschauer schlagen wir den ZHC Grubenlampe Zwickau mit 31:24 und sind eine Pokalrunde weiter. Sehen uns im Halbfinale. ;)
