VLMO: ESV Dresden - Stahl Rietschen 26:27

Frühshoppen mal anders

Die Beine werden langsam schwer, der Mund trocken. Blick auf die Uhr – 27:13, noch 5 Minuten zu gehen. Das Ding haben wir, selbst ein Dika Mem würde den Gegnern nicht mehr helfen können. Der Körper fährt runter, das Adrenalin schwindet. Abpfiff. Revanche geglückt und den Jungspunden gezeigt, wo der Ziegenbock den Honig hat. Schnelles Siegerbild und dann diese immer stärker werdende Lust auf das verdiente Kaltgetränk danach. Doch der Blick hinter die Banden des ehrwürdigen Lokschuppens lässt dieses schöne und nah scheinende Ziel zerplatzen, denn hinter den Banden zu sehen sind: Mr. „Irgendwie habe ich mir schon wieder was eingefangen“, Mr. „Moin Jungs, mich hat’s auch erwischt“ und ganz weit in der Ferne Mr. „Forza Dynamo, Dynamo, Dynamo“.


Kurzum – Dusche und Bierchen nach dem Spiel müssen warten: Stahl Rietschen bittet zum zweiten Tänzchen-Tee am Sonntag (Anwurfzeit pünktlich zum Ende des Sonntagsmärchens: 13:15).

Nach einem kurzen Moment der frischen Luft, einem kleinen Zwischensnack und einer zweiten Schicht Finalgon ging es also wieder aufs Parkett, wo sich die restlichen verbliebenen Männer der Truppe bereits erwärmten. Der kurze Lagecheck ließ erkennen, dass Star-Trainer Heiko Hoffmann wohl seinen ganzen Charme spielen ließ, denn drei weitere Akteure des Vorspiels waren auf dem Parkett wiederzufinden (das S steht für „spontane Kaderplanung“).

Gut angeschwitzt ging es dann in die Kabine zum obligatorischen Stelldichein. Die Aufgabe war klar, die Messlatte hing niedrig – die „schlechteste je gesehene eigene Halbzeit“ des Hinspiels in Rietschen galt es zu toppen. Also gemeinsam Anlauf nehmen und rüber über die Messlatte, so zumindest der Plan.

Das Spiel beginnt, und was soll man sagen? Die genannte Messlatte wurde definitiv übersprungen. Nahezu im Synchronflug ging es durch die erste Halbzeit: Tor hier, Tor da, Tor hier, Tor da. Eine Wette auf den Sieger wäre vermutlich so erfolgsversprechend gewesen wie die Wette auf den Coin Toss am Sonntag: 60:60. Auch die Zwei-Tore-Führung der Gäste in der 23. Minute hielt nicht stand und wurde in einem furiosen Endspurt der Eisenbahner 5 Sekunden vor dem großen Luft-Holen negiert. Diese Euphorie bekam nur leider nicht allen Spielern gleich gut. So wurde 2 Sekunden vor der Halbzeit noch einmal geprüft, wie gut das periphere Sehen der Gegner so ist – Ergebnis: vorne, links, rechts waren in Ordnung, nach hinten gäbe es noch Verbesserungsmöglichkeiten, ergab der Test von Prof. Dr. Eichler. Seine Belohnung: 30 Minuten mehr Kraftraum zum Montagstraining, da ihm diese Zeit im restlichen Spiel verwehrt wurde.[1]

Doch auch dieser temporäre Stimmungskiller brachte die Lokmannen nicht aus der Ruhe. Der Verlauf der zweiten Halbzeit knüpfte nahtlos an die erste an. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, und auch wenn der Innenblock der Eisenbahner durchaus an Stärke zulegen konnte – hier sei besonders Mr. „3 Uhr nachts? Perfekter Zeitpunkt, um nach Gelsenkirchen zu fahren“ erwähnt, welcher die Redewendung „seine Seele auf dem Feld lassen“ heute wirklich in die Tat umsetzte –, war gegen die starken Rückraumwürfe der Nr. 10 aus Rietschen kein Kraut gewachsen. Am Ende konnte die 26:25-Führung der Hausherren in der 57. Minute jedoch nicht ins Ziel gerettet werden und so musste man sich mit 26:27 geschlagen geben. Das letzte bisschen Abgezocktheit für die zwei Punkte schien an diesem Tag einfach gefehlt zu haben.

Jetzt heißt es Krone richten und voller Fokus auf die Mammutaufgabe aus Zwickau, denn am 22.02. begrüßen die Eisenbahner die Männer von ZHC Grubenlampe zum erneuten Tänzchen-Tee am Sonntag – Landskron-Pokal-Viertelfinale.

Es spielten:
Mr. Hoch-das-Bein, Mr. „im schlimmsten Fall muss ich früher operiert werden“ (5), Mr. „3 Uhr nachts? Perfekter Zeitpunkt, um nach Gelsenkirchen zu fahren“ (2), Mr. „hast du mal eine Dehnübung für den Rücken?“ (1), Mr. „Seitenstechen“ (6), Mr. „wegen Luft“, Mr. „habt ihr meinen Heber gesehen?“ (3), Mr. „ich werde auch nicht gerne eingewechselt“ (2), Mr. „ist das *** Handtuch nass“ (3), Mr. „Angriff oder Innenblock?“ (1), Mr. Fehlerfrei, Mr. „ruhig bleiben, Männer“ (1), Mr. Fehlerfrei 2.0

Es coachten:
Mr. Charme, Mr. Charme 2.0, Mr. Statista

Formularende

 

[1] Eine gemeinschaftlich, ruckartige, wenngleich doch auch anmutige, 180° Drehung nahezu der gesamten heimischen Bank, ließ vermuten, dass es an dieser Stelle keines Videobeweises sowie der darauffolgenden Floskel, beginnend mit dem Wort „Dangerous“ brauchte.

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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