HVS Landskronpokal 1. Runde: ESV - ZHC Grubenlampe 28 : 26

Alle Jahre wieder…

Kommt es dann doch irgendwie dazu, dass man beim ESV auch am HVS-Landskron-Pokal teilnehmen möchte. Und was gibt es Besseres, als sich an einem verregneten Sonntagnachmittag auf den Weg in den Lok-Schuppen zu machen? Nichts natürlich. Freunde des gepflegten Harzhandwerks und des Pokalfiebers durften dabei auf Großes hoffen. Hatten die Mannen des ESV in der Trainingswoche doch versucht, innerhalb der Mannschaft neue Torhütertalente zu finden.

Training ohne Torhüter ist schließlich auch eine Form der Vorbereitung. Gute Wurfquoten für den ein oder anderen inklusive. Top vorbereitet konnte man also ins Pokalwochenende starten.

Getreu dem Motto „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ traf man schon wieder auf den ZHC Grubenlampe. Im vorigen Jahr noch im Viertelfinale, diesmal bereits in Runde eins. Warum auch gegen andere Mannschaften spielen? Man weiß schließlich, was man aneinander hat, und der ZHC kennt inzwischen den Weg zum Lok-Schuppen. Hat also nur Vorteile für alle. Voriges Jahr noch mit einem kleineren Kader angereist, kam diesmal direkt der große Reisebus zum Einsatz, der gerade noch so Platz auf der guten ESV-Parke fand. Mehr Personal, höhere Liga, Favoritenrolle. Der ESV hielt Heimspiel, gute Vorsätze und eine Trainingswoche ohne Torhüter dagegen. Jeder hat sein System.

Es war also alles angerichtet: leichter Regen, graue Wolken, Licht im Lok-Schuppen, neue Duschen und ein ESV, der Bock hatte zu schauen, ob man auch ohne vorherigen Kulturausflug in fremde Städte und ohne erhöhten Pegelstand gegen den ZHC gewinnen kann. Doch bevor es richtig losgehen konnte, lauschten alle gespannt den Worten des Hoffmasters und fragten sich: Welche Schwächen der Gastmannschaft hat der Taktikfuchs diesmal ausgemacht? Wie überraschen wir den Gegner und sind anschließend selbst davon überrascht? Hätten wir gestern doch das ein oder andere Kaltgetränk einnehmen müssen, um zu gewinnen? Und wie lange ist eigentlich noch bis zum Anpfiff? Fragen über Fragen.

Der Plan dürfte ungefähr so ausgesehen haben: Hinten dichtmachen. Vorne treffen. Spiel gewinnen, damit JOB, Hannes und Nick auch noch einmal Pokal spielen dürfen. Also ab in die Halle, die Begrüßungszeremonie mit zahlreichen Handshakes absolvieren und endlich ins Pokalspiel starten.

Der Beginn verlief auch bemerkenswert planmäßig. Zumindest für Grubenlampe. Nach nicht einmal fünf Minuten stand es 0:3 für den ZHC. Gastfreundschaft wird beim ESV eben noch gelebt. Die Anreise war lang, da kann man den Leuten doch nicht sofort die Laune verderben.

Nachdem die Mannen des ESV festgestellt hatten, dass die Intensität doch etwas höher als im Training war und das Ziel tatsächlich darin bestand, den Ball ins gegnerische Tor zu befördern und genau das auf der anderen Seite zu verhindern, lief das Spiel langsam an. Ganz nach dem Motto „Aufholen und überholen“ drehte der ESV die Partie. Aus einem 0:3 wurde zwischenzeitlich ein 11:8. Bis zur Pause kam Grubenlampe wieder heran, sodass es beim Stand von 13:12 für den ESV zum Pausentee ging. Der Außenseiter führte. Wir erwähnen das nur der Vollständigkeit halber.

Beim entspannten Plausch wurde der Plan für die zweite Halbzeit noch einmal mehr oder weniger kurz besprochen, bevor es dann wieder ab in die Halle für die zweite Halbzeit ging. Zum Erstaunen der zahlreichen Fans verschlief der ESV diesmal nicht den Wiederbeginn. Der ESV erhöhte nach wieder Anpfiff direkt auf 17:14. Wahnsinn, der ESV kann auch Beginn zweite Halbzeit.

Davon selbst überrascht, ließ man den ZHC wieder herankommen. 17:15. 17:16. 17:17. Drei Tore Vorsprung sind beim ESV eben kein Mittel um den Puls nach unten zubringen, sondern eher eine Einladung für steigenden Blutdruck.

Es entwickelte sich ein enger Schlagabtausch. Führung hier, Ausgleich dort, zwischendurch durfte Grubenlampe auch mal wieder vorne liegen. In der Schlussminute dann die Führung für den ESV (25:24). Noch 46 Sekunden. Ruhe bewahren. Keine Hektik. Stabile Abwehr und den berühmten Sack zumachen. Hat leider dann doch nicht funktioniert. Sechs Sekunden vor Schluss erzielte der ZHC den Ausgleich zum 25:25. Natürlich was auch sonst. Das S in ESV steht schließlich für Servicegedanke. Wer für 60 Minuten gekommen war, bekam 70. Zehn Minuten Nachschlag, geht aufs Haus. Und wie jeder halbwegs seriöse Fußballkommentator in dieser Situation zu sagen pflegt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Fußball trifft es dabei ziemlich gut, denn die Verlängerung endete mit einem schönen Fußballergebnis von 3:1 für den ESV.

Nach dem Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen, und durch den Lok-Schuppen hallte „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. Was auch immer wir dort dann machen werden.

 

Fazit

  • Schöne Mannschaftsleistung und unsere Torhüter halten anscheinend besser, wenn sie nicht beim Training waren.
  • Wenn es beim nächsten Mal eine Weile dauert, bis der Siebenmeter angepfiffen wird, bitte eine Wärmedecke bereithalten, damit die Schulter warm bleibt.
  • Hier wird nichts aus dem Lok-Schuppen mitgenommen. Die Ballier lassen sich nicht einmal die Kontaktlinsen aus den Augen klauen.
  • Eine Kontaktlinse lässt sich offenbar tatsächlich mit Harzhänden richten.
  • Schreckmoment überstanden: Das Knie hält und hat am Montag beim Siegerfußball direkt wieder geliefert.
  • Drei Tore Vorsprung sind beim ESV ein dramaturgisches Angebot mit vielen Höhen und Tiefen.
  • Spannung kann der ESV. Erste Pokalrunde auch.

In diesem Sinne: Das Licht geht aus, wir gehn nach Haus, Rabimmel, rabammel, rabumm!

 

Der ESV investierte international in:

Ivo Seilertić & Félix Dautére (beide Tor), Massimiliano Steinbrenneri (3), Móricz Vindisch (3), Davé Elmqué (2), Joná Eiklarsson (3), Aleksandar Ruprević, Cristóbal Vogéz, Saša Rentžić, Jørgen Grøtschelson (1), Oliviero Ozzelli (10), Aarón José Borgardo (1), Magnús Mjölksson (5)

Die Truppe wurde von den erfahrenden Coaches Heikko Hoffmänen, Norberto Goldini & Alejandro Kleínez betreut.

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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