Bier auf Wein, das rat ich dir! (Oder wie war das?)
Nach unserem letzten Liga-Auftritt gegen Weinböhla (und kurzer Pokalunterbrechung) stand an dieses Wochenende die Reise in die Bierstadt Radeberg auf dem Spielplan. Echte Volksmund-Experten würden jetzt sofort warnend den Zeigefinger heben: "Bier auf Wein,
das lass sein!" Aber wer auch immer sich diese verstaubte Kalenderweisheit ausgedacht hat, der hat offensichtlich noch nie die Erste spielen sehen. Beginnen wir nun erstmal mit dem teuersten Warm-up der Saison.
Eintrittspreise wie im Bierzelt
Die erste Hürde des Tages befand sich nicht etwa auf dem Spielfeld, sondern direkt an der Eingangstür. Unser früh angereister Torwart musste tatsächlich tief in die Tasche greifen und Eintritt bezahlen, um überhaupt in die Halle gelassen zu werden. Also wer sich im Spiel die Bälle um die Ohren werfen lassen will, wird in Radeberg erstmal zur Kasse gebeten. Die Quittung dafür gab es dann auf dem Feld. Für den unfreiwilligen Obolus revanchierte sich Felix kurzerhand und parierte mal eben vier 7-Meter der Radeberger. Was zeigt, dass sich dieses Geschäftsmodell nicht wirklich bezahlt macht.
Blitzstart, Blackout und die göttliche Eingebung
Als das Spiel dann auch mit zahlendem Personal endlich lief, starteten unsere Jungs wie frisch gezapft. Schwupps, stand es nach nicht einmal fünf Minuten 0:3 für uns. Doch wer dachte, das wird ein gemütlicher Spaziergang, der kennt den ESV schlecht. Wir gönnten uns im Anschluss einen gepflegten, kollektiven Komplett-Hänger. Die Abwehr wackelte, vorn klebte das Pech (oder verschüttetes Pils?) an den Händen, und plötzlich fanden wir uns in der 20. Minute mit vier Toren hinten wieder (12:8).
Die Stimmung war angespannt, doch in der dunkelsten Stunde dieses Spiels schlug die große Zeit von Oli. Völlig unbeeindruckt vom Rückstand kam ihm eine absolute spirituelle Erleuchtung: "Wir gewinnen das Ding heute sowieso." Diese geradezu übersinnliche Sicherheit hatte sich telekinetisch auf unser Trainergespann übertragen, was ihnen dann etwas zu unheimlich war. Um Olis drittes Auge nicht zu überlasten, wurde der Wahrsager im weiteren Verlauf aus rein "taktischen Gründen" sicherheitshalber auf der Bank geparkt.
Aufholjagd und Ergebniskosmetik
Aber Oli´s Prophezeiung zeigte Wirkung! Die Mannschaft riss sich am Riemen, startete die Aufholjagd und erkämpfte sich bis zum Pausenpfiff ein 14:14-Unentschieden.
Doch in der Kabine setzte die Nachgärung ein: Plötzlich war wieder ordentlich Druck auf dem Kessel, und wir entwickelten genau die Spritzigkeit, die uns in der ersten Halbzeit noch gefehlt hatte und erspielten uns bis zur 49. Minute einen komfortablen Vorsprung zum 20:26. Gegen Ende fand dann noch ein bisschen Ergebniskosmetik statt, aber der 26:28-Auswärtssieg war uns nicht mehr zu nehmen.
Die Wellness-Oase von Radeberg
Nach diesem harten Kampf freuten sich die Jungs auf die wohlverdiente Dusche, welche trotz des Batteriebetriebs ohne Probleme als Dampfsauna funktionierte. Nach dem Eintritts-Geld-Skandal und dem Orakel war das der absolut krönende Abschluss eines wunderbaren Auswärtsspiels mit zwei Punkten im Sack.
Fazit: Egal ob nach Weinböhla oder in Radeberg – der Auswärtssieg schmeckt einfach am besten!
Es spielten:
Nick „Bockbier“, Steini „Starkbier“(4), Oli „Obergärig“(5), Florian „Fassbier“(2), Dave „Dunkelbier“ (2), Jonah „Export“ (3), Paul „Pilsner“(2), Magnus „Maibock“(6), Christoph „Craftbier“(2), Felix „Freibier“, Sascha „Schwarzbier“(1), Niklas „Naturtrüb“(1), Oliver „Premium-Pils“
An der Zapfanlage:
Hoffi „Hefeweizen“, Steve „Stout“, Münze „Münchner Hell“
