VLMO: ESV - HSV 1923 Pulsnitz 33:39

Akuter Rachen Drachen Mangel!

Was macht eine erfolgreiche Handballmannschaft aus? Ein kreativer Spielmacher mit Adlerauge? Steine schmeißende Riesen im Rückraum? Wieselflinke Außen mit Treffergarantie? Ein brachialer Kreisläufer, der seine Sperren bis zum Sankt Nimmerleinstag hält? Ein Hexer im Tor mit gefühlt 100.000 Armen? Ein Trainerstab, dessen Playbook auf alle Raffinessen des Gegners eine noch bessere Antwort hat?

Das wären sicherlich alles gute Voraussetzungen. Den kleinen aber feinen Unterschied macht aber manchmal eine Berufsgruppe, die im Rampenlicht der Nachberichterstattung etwas zu kurz kommt. Die medizinische Abteilung - sprich Physios. Mit fast magischen Händen wird da getapet, gedehnt, massiert und behandelt, bis alle Wehwehchen verschwunden und die Spielenden an ihrer Leistungsgrenze sind. So sieht man das jedenfalls im Fernsehen. Bei „Projekt Gold“ zum Beispiel. Oder bei jeder Dyn-Übertragung. Sogar bei der ein oder anderen Verbandsligatruppe in Ostsachen… 

Beim ESV hingegen vertraut man auf die heilende Wirkung von Hopfensaft und Finalgon. „Physio? Das hier ist immer noch Freizeithandball!“ Wer nun hofft, dass sich wenigstens ein paar Mediziner unter die Thekentruppler gemischt haben, wird leider enttäuscht. Wir könnten zwar eine Stadt planen, vermessen, bewässern, mit einer hübschen Homepage ausstatten und deren Einwohner beschulen, aber von Gesundheit hat so wirklich niemand einen Plan. Vielleicht am ehesten noch die zwei Apotheker (Schubladenschieber und Pillenschubser), die zuletzt aber eher auf der Skipiste, als in der Sporthalle mit Anwesenheit glänzten. Keine Apotheker - keine Rachendrachen. Und so kam es, wie es kommen musste: pünktlich vorm Spiel gegen die Pulsnitzer Spitzen meldete sich die Hälfte des Teams krank. Das zunächst geplante Trainingsspiel gegen Cunewalde (Glückwunsch zu 2 wichtigen Punkten gegen Görlitz an dieser Stelle) wurde abgesagt und vorsorglich zwei Kreisläufer etwas gezielter im Rückraum geschult. (Der Handballkenner weiß: wenn’s soweit ist, dann ist’s echt düster!) 

Als dann am Spieltag doch insgesamt vier nominelle Rückraumspieler in der Kabine der Lok eintrudelten, kam noch einmal der Glaube an die eigene Chance auf. Na klar, einer hatte gerade erst Skischuh gegen Sportschuh getauscht und ein anderer schnaufte aufgrund seiner Erkältung schon allein vom Tasche tragen, aber irgendwie keimte ein kleines Pflänzchen der Hoffnung.

An dieser Stelle könnte eine wunderschöne, hollywoodreife Cinderella-Story über genutzte Chancen des Underdogs voller Dramatik und einer ergreifenden Moral folgen. Aber tatsächlich ist die Welt aktuell ein wahrlich mieser Ort und unser Rückraum-Vermesser, „die Leiste der Nation“, wechselte sich bereits nach 90 Sekunden verletzt selbst aus. Was soll ich sagen. Man versuchte viel, keuchte dem Umschlagspiel der Mannen aus der Pfefferkuchenstadt  aber meist nur hinterher. Eine Leistung, die auch im übertragenen Sinne nicht ansteckend sein soll, für die kommenden Wochen.

Und nun, weil jeder ESV-Spielbericht auch einen kleinen Lehrauftrag für die interessierte Leserschaft hat, abschließend wenigstens noch das Rezept für die überragenden Subway-Cookies, mit denen unser Zuckerbäcker uns diesmal den Frust über die Niederlage versüßte:

280g Mehl
1 TL Natron
1 TL Salz
250g Butter
260g Zucker
2 Eier
300g Chocolate Chips

Butter, Zucker und Eier cremig rühren. Separat Mehl, Natron und Salz mischen und anschließend mit Löffel unter die Buttermischung rühren. Schokolade unterheben. Backofen auf 190 Grad Umluft vorheizen. Auf ein Backblech zwetschgengroße Teighäufchen geben und leicht andrücken. Diese laufen beim Backen (10-13 Minuten) auseinander und bilden perfekte Kreise - so wie der Bauch vom Hoffmaster 3000.

Es schleppten sich über das Spielfeld: „Ich-brauch-3-Bettdecken“, „Erstmal-ne-Kippe“ - Dynamo-Ultra #1 (2) Dynamo-Ultra #2 (10), Die-Leiste-der-Nation (1), Pillenschubser, „Das-macht-keinen-Sinn“ (6), Angriller (2), Schubladenschieber (4), Sauerstoffzelt (1), Schnief (4), Hust (3), Keuch

Auf der Bank: Auszeiten-Schwabe, „Wir-haben-einen-Plan“

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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