VLMO: TSV 1862 Radeburg - ESV Dresden I 32:23 (15:14)

Am Samstag empfing der ESV den entscheidungsunfreundlichsten Gegner der Liga. Ganze 5x verließ der Niederauer SV das Feld unentschieden. *düdümm psch*

Stimmt natürlich nicht, ...

am letzten Samstag waren die Männer vom ESV und die, die es noch werden wollen zu Gast in Radebeu…, nee Radeber…, warte ähm Radeburg. Den Witz mit der hohen Anzahl an Unentschieden von SV Niederau, wollte ich aber trotzdem bringen – leider war ich letzte Woche jedoch nicht als Schreiberling eingeteilt.

Da der Reporter dieses Berichts (das bin ich) selbst nicht dem dieswöchigen Spektakel beiwohnen konnte, musste er sich beim Verfassen auf den Live-Ticker verlassen, welchen er live in minutiöser Abtastfrequenz verfolgt hatte. (Die Schlaufüchse unter euch könnten sich an dieser Stelle über die Wortwahl aufregen: da die Frequenz in der Regel eine Einheit abhängig von Sekunden darstellt und daher die Benutzung von minutiös irreführend komplex – aufgrund des Wortstammes – klingt. Es liest sich aber professionell, also danke schön für eure Nachsicht.)

Jetzt aber zum Match, welches auf der Seite des ESV vom Trainergespann Adduktoren-Jonny und Mister Tape-am-Finger gelenkt wurde. Ersteren konnte ich im Übrigen jetzt schon des Öfteren in der Trainingshalle herumschleichen sehen. Ich habe auch mit eigenen Augen observieren können, dass dieser sich mit kräftigungsübungsähnlichen Bewegungen auf die Rückkehr auf das Spielfeld vorbereitet. Auch sagte er aus, dass er in physiotherapeutischer Behandlung sei – die können aber nicht viel machen – er sei mit einem dunklen Zauber belegt, welcher nur durch eine erhellende Kabinenstimmung wieder entzaubert werden kann. Oder eben mit Bier. Mit dem Zweitgenannten Bankdirigenten gab es in der Vergangenheit bereits ein paar Verständigungsprobleme, da dieser beispielsweise mit zwei paarweise zusammengetapten Fingern den Spielzug mit der Nummer 4 anzeigen wollte. Merkt man beim Probieren selbst, wie gut das geht.

Nun ja, nach den ersten zehn Spielminuten konnten die Ravensburger Spielefreunde nicht nur einen 4 Tore- und einen 3-Tore-Lauf verzeichnen, weswegen sie in der 10. Spielminute mit einer 8:4 Führung vorne lagen. Sie konnten unseren Jungs auch schon frühzeitig zeigen, welcher Spieler aus Radeburg heute Bock hat. 4 der 8 Tore hatte dieser nämlich bereits vor Ende des ersten Sechstels schon auf seinem Konto. Auf der Seite des ESV konnte ich allerdings auch ein und den gleichen Namen ähnlich oft lesen. Nur dass dort als Ereignis nicht nur Tor, sondern auch Verwarnung und 2 Minuten stand. Der Einsatz stimmte. Gelbe Karten sind das Beste, was einem passieren kann. Sie sind wie 2 Minuten, aber man muss noch nicht auf die Bank. Ziemlich praktisch. Sollte meiner Meinung nach einen höheren Stellenwert haben im Handball. In den ersten Spielminuten, konnte auch der ESVler Neuzugang sein erstes Tor für den Verein erzielen: Herzlichen Glückwunsch zur Einstandskiste! In der folgenden ersten Spielhälfte ließen wir uns von den Radeburger Gastgebern nicht abschüttelt. Des Öfteren schnupperten wir mit nur einem Tor Differenz an dem süßen Duft nach Punkten. In die Kabine ging es mit einem ausgeglichenem 15:14 für die Heimmannschaft. Was in der Kabine passiert, bleibt in Kabine. Ich vermute es war wie immer, einer der Bankarbeiter hat versucht das Spiel knapp zusammenzufassen und hat 1-2 Tipps gegeben, die eh schon alle wussten. Dann war Platz für Fragen und Anregungen. Irgendjemand konnte dann seine Gusche wieder nicht halten und hat das, was gerade gesagt wurde nochmal mit seinen eigenen Worten wiederholt. Währenddessen waren 1-2 Spieler auf dem Klo und irgendeiner hat versucht heimlich schon mal am Bier zu nuckeln.

Die ersten Spielminuten der zweiten Hälfte habe ich leider verpasst. Ich war damit beschäftigt für meine Familie das Abendessen vorzubereiten. Wir hatten uns von einem Kumpel einen Sandwich Toaster ausgeliehen und ich musste mich entscheiden zwischen noch einer Fuhre Thunfisch oder eben Salami. Ich habe mich gefühlt wie Niederau – unentschieden. Nebenbei spitzelte ich stichprobenartig in den Ticker: ich sah ein 17:17 und mein Herz hüpfte. Als ich wieder in den Ticker schaute, sah ich ein 25:19 und mein Herz blieb fast stehen. Ich konnte regelrecht fühlen, was meine Jungs auf dem Platz da gerade durchmachen mussten. Ich schaute mir die Torschützenliste an – wie da hat einer 17 Hütten gemacht?? Ich fragte mich leicht wütend, warum niemand etwas unternommen hatte, um diesen Gegenspieler zu stoppen. Es war ja anscheinend frühzeitig klar, dass der Bock hat. Verärgert servierte ich meiner Familie die Sandwiches. Ich war gereizt. Ich hatte das Gefühl sich unter Wert verkauft zu haben. Radeburg ist keine Gegner, den man schlagen muss – allerdings auch keiner, von dem man sich mit 9 Toren Differenz trennt.

Ich habe mir sagen lassen, dass die Stimmung in der Kabine aber dennoch gut war. Das ist mit das Wichtigste, denn das SV im ESV steht für Spaß-Verein.

Nächste Woche empfangen wir den HSV Dresden im geliebten Lok-Schuppen. Die haben wohl noch eine Rechnung mit uns offen, habe ich gehört. Da unser Trainerteam allerdings schon das Training auf eine offensive Abwehr des Gegners angepasst haben, bin ich eigentlich guter Dinge, das wir das Ding am Samstag holen werden.

 

Es spielten: Salami (3), Buttertoast (2), Käse (3), Ketchup (1), Mayo, Thunfisch (6), Vollkorntoast (4), Gewürzgurken (1), Butter (3), Backpapier, Pilze

Ansprechpartner (VLM)

HeikoHoffmannHeiko Hoffmann

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