Da der eigentlich geplante Schreiberling mit viel existenzielleren Aufgaben als dem Verfassen eines Spielberichts - nämlich dem Züchten des ESV-Nachwuchses (ne bessere Entschuldigung gibt es nun wirklich nicht!) beauftragt wurde, musste spontan eine neue Freiwillige her, deshalb sorry für die Verzögerung. Aber hier nun eine kleine Zusammenfassung, was am vergangenen Wochenende geschah:
Wenn draußen langsam die Vögel wieder zwitschern, die Frühlingsblüher sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen und die Sonne mal wieder vom Himmel lacht und zeigt, wie warm sie schon strahlen kann, entsteht auch bei uns Menschen zaghaft wieder Tatendrang und es zieht uns nach draußen. "Der schönste Monat für das Herz ist und bleibt der Monat März".
Boah, hatte ich den Winter satt... Naja, zumindest das matschige Grau, das ständige im Dunkeln los und im Dunkeln wieder zurück und den kollektiven Lagerkoller daheim. Also endlich alle ab raus in den Garten und austoben. In meinem Fall bedeutete dies zwar nach Feierabend Gehölze und Stauden beschneiden, Rasen pflegen, Boden lockern und Wünsche, die den kleinen Naschgarten betreffen, in die Tat umzusetzen, aber immerhin mit Sonne im Gesicht. Was will man denn mehr. Nur mein Rücken muss sich erstmal wieder an diese gebückte Dauerhaltung gewöhnen. Da kam das Auswärtsspiel gegen Weinböhla am vergangenen Samstag genau richtig, um auch die restlichen Körperpartien als Ausgleich in Wallung zu bringen. Außerdem sollte es eh den ganzen Tag regnen, was sogar sonst unerschütterliche Fahrradfahrerinnen (ja für die einen ist so ein Ritt nach Weinböhla ne halbe Weltreise, für die anderen eben nur eine kleine Warm-Up-Bike-Tour) aufs Auto umsteigen ließ, also konnte ich mich auch ganz und gar dem Handball widmen. Denkste, Pustekuchen. Kaum an der Nassau-Halle angekommen, bekomme ich erstmal zur Begrüßung einen Gartenabfallsack in die Hand gedrückt. Klar, was sonst. Aber wie auch auf den unzähligen Verbotsschildern auf dem Weg und in der Kabine zu erahnen war, herrschten hier in der Gartensparte 'Zur klebrigen Kugel' strenge Regeln. Nach ersten Schockstarren aber dann kollektives Aufatmen: auf dem Feld herrschte immernoch BarmHarzigkeit.
Chef-Gärtnerin Vivi ließ schonmal die Beete auflockern und lunschte nochmal auf ihren ausgeklügelten Pflanzplan. Als Spezialistin für Wachstums- und Entwicklungsprozesse von Kulturpflanzen kannte sie sich bestens aus und wollte ihr kleines Plätzchen grünes Glück auch heute hier auf die Platte bringen.
Keimen:
Die Bedingungen, unter denen die zarten Elfen-Samenkörnchen keimen, könnten besser als beim ESV ja wohl kaum sein - das ganze Jahr über wird hier mit Herzenswärme und feuchten Kehlen stets für die wichtigsten Faktoren dieser ersten wichtigen Phase gesorgt. Damit aber auch beim Einpflanzen nix schief geht, erkundete Coach Vivi schon vorneweg den Weinböhla-Acker und bereitete die Elfen auf den zu erwartenden Boden ausreichend vor. Offensive Deckung und kämpfen bis zur letzten Sekunde hießen in diesem Fall die Stärken des Gegners, auf die es sich einzustellen hieß.
Lostreiben:
Wer fest verwurzelt ist, braucht nur noch Platz zum Wachsen. Da die Temperaturen aber zum Anpfiff noch ordentlich kühl waren, hieß es erstmal nur für die robusteren Sorten ab nach draußen auf die Platte und rein ins Beet. Im Windschatten ihrer in der Abwehr ab Sekunde 1 unerschütterlichen Natursteinmauer und streng bewacht durch Hüterin Elisa, die das erste Mal erst nach 8:44 min hinter sich greifen musste, konnten sich die Elfen vorne im Angriff erstmal einruckeln, ein paar Spielzüge ausprobieren und sich durch die üblichen verdächtigen Torschützen, allen voran Liesel, aber auch Franzi und Jana ein langsam aber sicheres Polster zum 7:12 Halbzeitstand erarbeiten. Unsere Chef-Gärtnerin Vivi schien auf jeden Fall erstmal zufrieden mit dem Anwachsen, sodass sie experimentierfreudiger wurde und auch gänzlich neue Züchtungen ausprobierte (Sorte Ronja und Maria- Wilkommen auf dem F1 Acker).
Die etwas wärmeliebenderen Pflanzen wurden erstmal auf der Auswechselbank vorgezogen und freuten sich dann im Verlauf des Spiels über einen Platz im Freien.
Mit ein paar kleinen Stutzungen hier und einem kleinen Feinschnitt dort sollten weitere Verzweigungen gefördert werden und so ging es ab in Durchgang 2.
Blühen:
Nach Wiederanpfiff verzauberten die Elfen mit ihren strahlenden Blüten das Beet, netzten 4x in Folge ein und zogen auf 7:16 weg.
Das lockte aber Insekten und andere kleine Boehlerinas herbei, die nun konzentrierter in den Angriff gingen und ihre Chancen effektiver nutzten, sodass sie auf 11:16 wieder verkürzen konnten. Einige Tiere begannen auch ihre Revierkämpfe, worauf es durchaus die ein oder andere 2 min Strafe regnete, die gerne auch mal für beide Parteien gleichzeitig ein kleines Päuschen bedeutete. Es wurde also hitziger. Aber Reibung erzeugt ja bekanntlich Wärme und die ist wiederum gut für das Wachstum. Und wenn dann noch der richtige Pflanzennachbar auf der Platte neben einem steht, kann es richtig gut werden. Denke ich da an Erdbeeren und Knoblauch, Tomaten und Basilikum, Mangold und Ringelblume oder Jana und Lea, steht einer üppigen Ernte am Ende nichts mehr im Wege und wir können uns von der Terrasse oder der Hängematte oder eben den Zuschauerrängen aus an der blühenden Pracht und dem Duft erfreuen.
Mit einem deutlichen 19:28 beenden wir unseren Garteneinsatz in Weinböhla und konnten nach getaner Arbeit noch bei gemeinsamen Kuchen, Snacks und Drinks den Tag gemütlich ausklingen lassen. Wie sich das gehört.
Es blühten heute auf:
Chef-Gärtnerin Vivi und Steph auf der Bank, Elisa und Maria (beide Tor), Janina, Lea (6), Franzi (5), Liesel (10), Ronja (1), Caro, Jana (3), AnneK, Emi, Tara (2), Fanni (1)
Viviane Hauschild