VLMO: SF 01 Dresden - ESV Dresden 20:23 (10:16)

Ein Mittwoch mit rekordverdächtiger Trainingsbeteiligung!

Dienstagabend, irgendwo in der Pampa hinter Plauen, offenbart ein Blick in die WhatsApp-Gruppe, dass ...

man selbst nun dran sei mit Spielbericht schreiben. Nachdem der Zwillingscousin unseres Dr. Pickle auf freiwilligenbasis das Schreiben für das Spiel gegen Radeberg übernommen hatte und bei jenem Aufeinandertreffen wohl als einziger an dem Tag Normalform bewies, wurde die Spieldokumentation wieder Mannschaftsintern ausgeschrieben. Und da ein Spielbericht sich schlecht nur über den Liveticker schreiben lässt, wird dann doch am Mittwoch die Fahrt in den Dresdner Nordwesten angetreten. Etwas verspätet traf man ein. Für die berühmt-berüchtigte, als auch bewährte „Riesaer Akklimatisierungphase“ blieb demnach keine Zeit. Nach einem kurzen Anschwitzen ging es direkt los.

Natürlich war der Tag des Spiels in der Woche ungewöhnlich gewählt, doch machten die Sportfreunde ihrem Namen alle Ehren und organisierten eine Halle, in der mit des Handballers klebrigem Gold hantiert werden durfte. Auf die Zuschauer nahm man indes jedoch keine Rücksicht, sonst hätte man am Empfang sicher einen Wanderstiefel- und Sturzhelmverleih angeboten. Wer sich dieses Spiel zu Gemüte führen wollte, musste erst einmal ins dritte OG hinauf steigen (nichts für Schwindelfreie) und von dort oben die Partie stehend begutachten. Auch bei den Trikotfarben bestanden die Sportis auf ihr Vorwahlrecht und wählten die Farben des karmesinroten Kakadus als ihre Sportnikkies. Den Thekentrupplern blieb nur eine Wahl, nämlich in weiß zu spielen. Weiß die Farbe der Unschuld. Der Typ, der den Farben früher mal bestimmte
Eigenschaften zugeordnet hatte, war wohl noch nie zu Besuch im Verbandsliga Osten und Neuling auf dem Zeitstrafengebiet. Ansonsten hätte er sich das mit der Unschuld noch mal überlegt. Denn auch in den 2min./Gelbe/Rote Karten-Tabellen geht das Ergebnis, wie die Frage wer aufsteigt, nur über den ESV.

Der ESV findet gut in die Partie. Im stehenden Angriff gelingt es den Theklern anfangs vor allem über die halb linke Position erfolgreich abzuschließen. Die Abwehr steht gut und es gelingt, die Gastgeber toretechnisch auf einem kleinem aber feinem 2 Tore Abstand zu halten. Um die 15. Spielminute rum wird dann FeldspielerPaul eingewechselt und auch wenn Hoffi es immerzu betont, dass FeldspielerPaul jede Position bekleiden könne, so war es doch überraschend, wie stark der Kerle auf Mitte aufspielte. Im Stile eines klassischen Libero trieb er in der zweiten Welle und der schnellen Mitte die Bälle nach vorne. So druckvoll und überzeugend, dass er die ganze Mannschaft ansteckte und das Dresdner Tempospiel, welches noch gegen Radeberg komplett nicht existent war, auf ein ganz neues Level gehievt wurde. Von so gut wie allen Positionen konnte man in dieser Phase mal ein Tor erzielen. Die Pässle kamen ins Gässle. Es war ein Augenschmaus. Man konnte sich immer weiter absetzen. Allerdings konnte sich auch bei dem Ein oder Anderen der Frust der teils unfairen Spielweise der Gastgeber, sowie der sich langsam aber bestimmt häufenden Fehlentscheidungen beider Unparteiischen kurz vor der Halbzeit nicht mehr verborgen werden, woraufhin die eine oder andere Zeitstrafe verteilt wurde.
Zur Pause wurde man dann vom Hoffmaster direkt in die stille Ecke geschickt. Aber nicht wegen Böswilligkeit, sondern aus taktischer Finesse. Die Umkleidekabinen befanden sich schließlich immernoch im dritten OG auf Zuschauerhöhe. Bevor dafür zu viel Zeit und Kondition verschwendet wird, wurde das Halbzeitplenum eben auf der Platte abgehalten. Die Essenz, die hauptsächlich daraus hervorging, war die Bitte nicht wieder ESV typisch den Beginn der 2. Halbzeit zu verschlafen. Tat man diesmal auch nicht. Doch Ruhepausen müssen sein, „work-life-balance“ und so. Und so legte man den ESV-Powernapp eben in den letzten 12 Minuten ein und verwaltete den Vorsprung ohne eigenen Treffer in jener Phase bis ins Ziel.


Noch zu erwähnen sei, dass es glücklicherweise keine Verletzungen gab, was allein auf die Präsenz unserer Wahl-Schweizerin zurück zu führen sein soll (nach eigener Aussage). Allgemein gesagt war es ein schöner Handballabend und ein schönes letztes Auswärtspiel vor Weihnachten → Meine Annahme wenn man bedenkt, dass der ESV eine Heim-/Auswärtsspielbilanz von 7:1 im Zeitraum von Nov. 21 bis Apr. 22 hatte. Um dann zwei Auswärtsspiele an einem Wochenende und ein Spiel unter der Woche zu haben.


Auf der Bank:
Hoffnungsträger; Mr. 80 Prozent sind Pflicht; Wer hat´s verbunden? Rriiiiicarda!

Auf der Platte:
Das halbe Torhüter-Quartett; Männlich, 29, sucht sympathischen Geisteswissenschaftler für lange philosophische Gespräche nach den Trainings(1); Ist das noch Ehrenamt oder doch schon Ausbeutung?(4); Wenn der Dönerstag auf den Mettwoch fällt(1); Immobilienmogul(3); Bandana Joe(7/3); Der letzte (Kreis-) Bulle(2); Diplokas(1); Ipälza(1); (Musik-)Boxchampion; Der Libero(1); Die Legerhenne(2)