VLMO: Spielgemeinschaft Riesa/Großenhain - ESV Dresden I 45:48 (23:21)

Handball Final 3 in Sachsen – „Gebt 60 %, 100 Minuten lang!“

In der Verbandsliga Ost spielte sich ein Handballschmankerl der Extraklasse ab. Für die Mannschaft des berühmt berüchtigtsten Eisenbahner Sport Vereins ging es das Wochenende in den Meißner Landkreis zum sächsischen Handball Final 3...

Daher wurde die Trainingsgestaltung diese Woche auf Spielvorbereitung á la ESV Thekentruppe umgestellt. Akribisch genaues Spielzugtraining und intensives Zielwerfen auf das leere Tor waren angesagt. Manch einer hatte sogar Zettel und Stift mit, um sich Notizen zu machen.

 

Spiel 1 gegen SC Riesa:

Nun zum eigentlichen Handballvergnügen. Die Eisenbahner hatten für das „Halbfinale“ am Samstag als erstes den SC Riesa auf'm Zettel stehen. Somit fuhr man auf die erste richtige Auswärtsfahrt dieser Saison ins schöne Meißner Land zur Riesa WM-Arena. In der Halle angekommen, merkten die Männer vom ESV, dass sie so pünktlich waren, dass noch nicht einmal die Heimmannschaft auf der Platte war. Aber das machte nichts. Zum Glück konnte man sich bei ausgezeichneter Schlagermusik, die lautstark durch die Arena schallte, noch gemütlich auf die Bank setzen, bevor der anstrengende Teil dieses Ausflugs begann. Aber ich schweife ab. Kommen wir nun zum Eingemachten: Das Spiel ging für die Mannschaft aus Dresden gut los. Man hatte einen guten Zugriff in der Abwehr und vorne im Angriff konnte man sich auf die beiden Außenspieler in Rot verlassen. Gemeinsam haben sie in der ersten Halbzeit 10 der 11 Tore für die ESVler geworfen. Doch die Männer aus Riesa spielten nicht nur mit, sondern schafften es mit einer 12:11 Führung in die Pause zu gehen. Die zweite Hälfte des Spiels war durchaus hitziger. Doch auch hier schenkten sich die beiden Mannschaften nichts. Es war ein Kopf an Kopf Rennen, bei dem Riesa anfänglich noch vorne lag, dann aber durch eine stark aufspielende Dresdner Mannschaft überholt wurde. Ab der 46. Minuten liefen sie einem Rückstand hinterher. Da half auch kein Schreien und Hinwerfen mehr *kurzzeitig dachte man, hier wäre ein Kreisliga-Fußballspiel, bei dem man durch lautes Aufschreien und theatralisches Hinfallen noch etwas retten könnte*. Die Eisenbahner ließen sich jedoch nicht beirren und behielten einen kühlen Kopf, sodass sie die Führung nicht mehr hergaben. Am Ende gewann der ESV – auch dank einer überragenden Torwartleistung in der Schlussphase – das erste Spiel dieses Wochenendes mit 21:25.

 

Spiel 2 gegen HC Großenhain:

Für das zweite Spiel, also das Finale des sächsischen Handball Final 3, führte die Reise nach Großenhain. Es ging es um nichts weniger als den vorläufigen 3. Platz in der härtesten Liga Ostsachsens. Dass sich die Großenhainer den Treppchenplatz zurückholen wollten, war klar und somit stand einem spannendem Spiel nichts mehr im Weg. Die Dresdner waren durch ihren gestrigen Sieg ebenfalls hoch motiviert und wollten den zweiten Sieg an diesem Wochenende klar machen. Jedoch stellte man schnell fest, dass es heute nicht so laufen wollte wie am Tag zuvor. Die Anfangsphase war bei beiden Mannschaften durch Unsicherheiten und Trägheit geprägt, sodass erst nach 4 Minuten das erste Tor der Partie fiel. Die ESVler taten sich sichtlich schwer, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Gefühlt war man entweder einen halben Schritt zu langsam oder der Ball war ein müü zu wenig klebrig. Somit konnte sich Großenhain Mitte der ersten Halbzeit auf 8:3 Toren absetzten. Doch die Loktruppe gab nicht auf und konnte bis zur Halbzeit zumindest auf ein 11:10 herankommen. Trotz dieser Aufholjagd ging der ESV mit einem unwohlen Gefühl in die Kabine *gestern lief es irgendwie besser*. Die motivierenden Worte der Halbzeit konnten leider nicht in die Tat umgesetzt werden, sodass der HC Großenhain mit 4 Toren nach der Halbzeitpause wegziehen konnte. Von nun an hatten es die Eisenbahner schwer. Vorallem unnötige Aktionen die zwei Minuten und rote Karten nach sich zogen, waren hauptursächlich dafür, dass der ESV dem Tore-Rückstand hinterher laufen musste. Doch der ESV wäre nicht der ESV, wenn man die letzten Minuten nicht doch noch mit Spannung füllen könnte. Jetzt lag es an der Abwehr. *Nochmal ordentlich verteidigen und dann noch einmal aufs Tor werfen für den Ausgleich.* Und siehe da, die Abwehrreihen der Lokführer haben sich zusammengerissen, keine 2 Minuten bekommen und den Ball ergattert. Jetzt schnell nach vorne. Doch halt … Die Schiedsrichter pfeifen … Was ist los? Timeout für Großenhain??? und das, obwohl der Ball schon bei den Gästen war? Doch die Schiedsrichter nahmen ihre Entscheidung nicht zurück – anders als noch vor ein paar Minuten, wo sie Dank eines ESV-Spielers eine glatt rote Karte für einen Spieler von Großenhain zurücknahmen. *Übrigens das altbekannte „ich habe noch nie gesehen, wie ein Schiri seine Entscheidung zurücknimmt“ kann ich jetzt nicht mehr behaupten. Aber ich schweife schon wieder ab.* Also ging es mit einem Freiwurf für Großenhain weiter und es war der Balliertruppe nach einem gefühlt ewig ausgespielten Passivspiel der Gastgeber nicht mehr vergönnt in den Ballbesitz zu kommen.
Somit endete das zweite Spiel des Handball Final 3 24:23 für den HC Großenhain. Bitter – hatte sich der ESV von diesem Wohenende eigentlich mehr erhoffi, aber manchmal kämpft man halt nicht nur mit dem handballerischen Gegner sondern auch mit den äußeren Einflüssen. So soll nicht unerwähnt bleiben, dass wenn man am Samstag den SC Riesa aus dem Aufstiegsrennen kegelt, und am Sonntag dann auch noch gegen Riesaer Schiedsrichter fighten muss, hat die ganze Geschichte natürlich einen etwas nudeligen Beigeschmack.

 

Die Bilanz für dieses Wochenende:
Eine gewonnene Kiste Bier.
Durch das beherzte eingreifen im Aufstiegsduell zwischen Riesa und Radeberg und das somit verbundene Aufstiegsgeschenk an die Jungs vom RSV, erwartet die ESV Thekentruppe am 09.04.2022 eine angemessene Geste zum Dank (Psst: Bayreuther Hell schmeckt sehr gut). Es wäre zwar durchaus noch mehr drin gewesen, aber der ESV kann stolz auf den Auswärtssieg in Riesa sein.

 

Für den ESV spielten in diesem spannenden Handball Final 3:

Im Tor:
Ich-hab-noch-Freikarten-für-die-Gisela und Angsttorhüter Klusch

Auf der Platte:
Mr. Fairplay (2|1), Mr. No-Fairplay (3|5), Grobian, 3ke (1|1), Brandenburger Tormaschine (8), Bankwärmer, Mr. Gelbe-Karte, 2-Minuten-Sammler (1), Spitzen-Fighter (2|2), Bankwärmer 2.0, Die-noch-bessere-Tormaschine (9/2 | 8/4), Dauerverletzter-wieder-im-Einsatz (1), ausgeliehener Bart mit Typ dran (2), ausgeliehener Typ mit Bart dran (2)

 

 

Und zum Schluss kommt noch ein Witz für Hoffi:
Welche Nudel ist die gelenkigste? --> richtig eine Spagatti