VLFO: ESV Dresden - SSV Heidenau 36:28 (19:14)

 

NACH(mit)T(ag) der Rosen im Lok-Schuppen

Der aufmerksame Verfolger des traditionellen Bildungsfernsehens fernab der im Trend stehenden Online-Streaming Dienste mag über diesen Beitrag verwundert sein, hat doch der Bachelor laut RTL bereits in den vergangenen drölf Wochen sämtliche Rosenvorräte der Bundesrepublik groß D an einsame Damenherzen verteilt, die aufrichtig nach der wahren Liebe suchten. In Mexiko.

Mit 800 Fernsehkameras. Ganz privat. Na klar! Manch zahlen-affiner Ottonormalverbraucher vermutet Schwierigkeiten mit dem Wahrheitsgehalt der Liebe, wenn die Dichte der Fernsehkameras höher ist, als die der beteiligten Herzen. Der rationale Lebenstyp hingegen erkennt sofort, dass eine Art Selektion stattfinden muss, denn 22 Damen und 1 Herr entsprechen nicht dem traditionellen monogamen Beziehungsbild. Richtig, denn am Ende kann nur Eine Germany’s next Topm – äh nein, die wahre Liebe sein. So hat der Bachelor 2020 bereits vergangenen Mittwoch seine letzte Rose vergeben … wie kann es aber noch einen NACHmitTag der Rosen gegeben haben?

Beim Lesen schmunzelt nun der ein oder andere aufmerksame Bildungsfernsehen-Liebhaber wissend. Zum Jubiläum des beliebten TV-Formats gab es eine Neuheit. Bachelor S., das S steht für Spaß oder Sieg – die Elfen sind sich selten einig, hat im lang erwarteten Finale keine Rose verteilt. Offiziell hat er sich einfach nicht verliebt und die gesamte Bildungsfernsehen-Liebhaber-Schar diskutiert seither, was wohl schief lief.

Nun schmunzelt die Lok-Schuppen-Liebhaberin wissend. Denn in Wahrheit, konnte sich S. gar nicht verlieben. Schließlich stand keine wahre Elfe in Mexiko zur Verfügung. Klar, die Elfen des E to the S to the V hatten Wichtigeres zu tun als in Mexiko Gin Tonic zu schlürfen, obwohl Batida de Coco offizieller Bachelor-Sponsor ist. Na wenn es da mal kein Nachspiel gibt, aber egal, ich schweife ab. Zurück zum Wesentlichen, den wichtigeren Aufgaben namens Punktesammeln in der weiblichen Sachsen-Verbandsliga Staffel Ost.

Aufgabenstellung am lang-ersehnten Heimspieltag, datiert am 7.3.2020:

1. Nicht zu wenige Sektflaschen für die post-Spiel Stunden in der Kabine bereitstellen, so eine dünne Versorgung wie vergangene Woche in Meißen darf nicht nochmal vorkommen!

2. Die Delegation des Tabellen-Zweiten SSV Heidenau zwar mit offenen Armen zu empfangen, von rosigen Punkt-Geschenken aber absehen.

Die Elfen benötigen keine Villa, um sich auf ihre Dates, ähm Aufgaben, vorzubereiten, der Lok-Schuppen bietet geräumige Kabinen für ausreichend Sektflaschen und Spieltagssnacks. Der Blick in die, von Melody La Boom musikalisch liebevoll gestaltete, Kabine Nummer 8 verrät: 1. Aufgabe hervorragend erfüllt. Rose mit Sternchen, liebe Elfen. Das läuft besser als für Batida mit dem Bachelor und seinem Gin Tonic. Nicht nur die Elfen wurden kurz vorm Auflaufen auf bekanntem Lok-Parkett vom Elfen-Hüter eingeschworen. Klar war, die Gästinnen waren keinesfalls zum Dream-Date geladen! Auch aus Kabine Nummer 7 konnten verschwörerische Vorbereitungsgesänge vernommen werden. Aber was in den Kabinen passiert, bleibt in den Kabinen! Die zwischen-gebauten Duschräume und Abwesenheit sämtlicher Fernsehkameras sorgten hier für die nötige Privatsphäre … und so.😉

Nachdem die Elfenflügel erwärmt und die Kinderschar sortiert war, hörte man einen Pfiff … und nein, lieber Bildungsfernsehen-Verfolger, der Bachelor ist nicht aus Mexiko eingeflogen und hat den Elfen nachgepfiffen, so etwas niveauloses findet im ehrbaren Lok-Schuppen nicht statt. Pfiffe erfolgen lediglich zur Regelung der wichtigen Aufgaben, heute für die Erfüllung von Aufgabe 2.

In den kommenden 60 Minuten bebte der Lok-Schuppen nur so von Pfiffen. Und das Schönste daran? Am häufigsten protokollierten diese Pfiffe den Torerfolg der Elfen. Von der ersten Minute an dominierten die Elfen zauberhaft das Lok-Schuppen-Parkett. Hätte sich ein solches Schauspiel am Kennenlernabend beim Bachelor ereignet, hätte der direkt seine letzten Rosen vergeben und RTL mächtig Geld gekostet. Es hüpft das Herz, dass Handball kein Bildungsfernsehen-TV-Format ist, sondern Sport zum Anfassen! Das nahmen die Elfen heute wörtlich. Hinten konzentriert zugepackt und vorne sicher ausgespielt – so charakterisierte sich das heutige Spiel von Minute eins an. Nachdem das 1:1, 3:2 und 5:4 (übrigens die knappsten Spielstände heute) den Gäste-Trainer direkt zur Auszeit zwangen und das noch im einstelligen Spielzeitbereich, also fast RTL-typische Werbepausen-Taktung, änderte sich … NICHTS. Die Elfen hoben weiter ab, spielten souverän gegen eine sonst ungeliebte 5:1 Abwehrformation, schloßen am (nicht im!) Kreis ab und spielten so schönen Handball, so schön konnte sich keine Bachelor-Kandidatin jemals schminken. Man mag das 13:11 noch als einzigen Wackler in Halbzeit eins sehen, aber mit einem ganz starken, und zugegebenermaßen zuvor unerwarteten, 19:14 ging es in die Halbzeitpause. Noch so ein Vorteil von Handball gegenüber den Bildungsfernsehen-TV-Formaten, es gibt genau eine Pause und das nach 30 Minuten. Nicht 30 Pausen in zehn Minuten.

Die Halbzeitstimmung war gelöst, bisher passt alles. Die Abwehr kompakt, die Torelfen ball-anziehend und der Angriff treffsicher - alles in allem ein selbstbewusstes, überzeugendes Spiel der Elfen … und hübsch anzusehen außerdem! Ein wahres Gruppen-Dream-Date. Nur eben nicht für Heidenau, die schienen in der Villa, ähh Kabine geblieben zu sein. Doch da würden sie nicht bleiben, um sicherlich mit einigen Tricks in petto das Elfen-Dream-Date doch noch zu stören.

Also auf in Halbzeit zwei und zwar elfenseitig bitte ganz genau so wie in den ersten 30 Minuten. Was für den auf Unvorhergesehenes getrimmte Bildungsfernsehen-Liebhaber vielleicht erstmal langweilig schien, gefiel allen Elfen-Anhängern umso mehr. Innerhalb der ersten fünf Minuten war der Vorsprung auf acht Tore ausgebaut. Doch nicht nur der erfahrene Bildungsfernsehsender weiß, dass unter allen Umständen irgendwo etwas Spannung hervorgezaubert werden muss, um den treuen Zuschauer zu halten. Vielleicht deshalb legten die Heidenauerinnen einen Zahn zu und vielleicht deshalb verloren die Elfen kurzzeitig ein Fünkchen Konzentration, sodass es nach weiteren zehn Minuten „nur“ noch drei Tore waren (25:22). Nagut, das wäre auch zu glatt gelaufen und womöglich wäre noch jemand ausgerutscht. Aber jetzt ist Crunch-Time wie man so schön sagt. Die Frage war nur noch, wer cruncht heute schöner als mein Vitalis-Müsli zum Frühstück? Nach einer weiteren Auszeit der Gäste, zeigte es sich: Die Elfen crunchen schöner! Ab dem 28:24 gefährdeten auch die sich häufenden 2-Minuten-Strafen den Elfen-Sieg nicht mehr. Über ein 31:25 und eine erneute Gast-Auszeit, flogen die Elfen den Heidenauerinnen mit 36:28 davon und bejubelten eine erfolgreich erfüllte Aufgabe zwei. Nächste Rose mit Sternchen, liebe Elfen. Heute läuft’s … und nicht nur der Sekt!

Nun schmunzeln die Lok-Schuppen-Liebhaber wissend. So lag die fehlende Rosenvergabe vom Bachelor nicht an den fehlenden Elfen in Mexiko, sondern an einer drastischen Fehlkalkulation von RTL. Es waren nicht alle Rosenvorräte der Bundesrepublik groß D für Mexiko vorgesehen. Nein, einen kleinen, aber feinen Vorrat hatte die männliche ESV Belegschaft für ihre Elfen gebunkert, um vorzeitig zum Frauentag zu gratulieren … und bestimmt auch für die Abwesenheit in Mexiko zu danken.😉 Egal, wir haben uns gefreut. 😊

 

Bei den 🌷 Rosenkavalieren bedanken sich

Kerstin (Tor), Sylle (Tor), Lisa (4, Wenn du nochmal den Post-Spiel Fototermin verpasst, gibt’s Sekt-Strafen!), Steph (3), Katja S.K. (9, Du darfst ruhig öfter vergessen abzusagen!), Sylvie (2), Katja K. (1), Anja W. (4), Katrin (2), Anja Z. (2), Ramona, Jana (7), Karolin (2), Stella

mit Elfen-Hüter Micha, der uns jede Woche mit digitalen Rosen erfreut 🌷

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