Europameisterschaft in vollem Gange

 

BLF: ESV Dresden - HSG Weißeritztal 33:16 (18:8)

Die Handball-EM ist im vollen Gange und für alle, die dieses Spiel nicht selbst miterleben konnten und auch nicht im Internet mitverfolgt haben, folgt nun eine kleine Zusammenfassung.

Aufgrund der Demonstrationen in Frankreich konnte die Partie zwischen Deutschland und Ungarn, welche planmäßig am 9.12.2018 um 15 Uhr in Nancy stattfinden sollte, leider nicht an Ort und Stelle durchgeführt werden. Es musste daher in den guten alten Lokschuppen auf den 8.12.2018 um 17 Uhr ausgewichen werden. Für die Beteiligten war das kein Problem. Ungarn, heute mal in schicken grünen Trikots, fand sich pünktlich ein, trällerte bereits in der Kabine ihre Nationalhymne und begann motiviert mit der Erwärmung. Unsere deutschen Damen freuten sich derweil über ihr verfrühtes Weihnachtsgeschenk: neue Hosen mit Nummern (ja, sind wir denn die Nationalmannschaft? – danke lieber Hummelmann)nund machte sich dann ebenfalls an die Erwärmung.

Für die Mannschaft um Trainer Henk war das eine ganz besondere Partie. Es ging schließlich um eine gute Ausgangslage in der Hauptrunde im Kampf um die Halbfinalplätze. Dazu war es gut, dass wir die letzten Spiele gegen Spanien (aka TU) und auch das knappe Ding gegen Norwegen (aka Sportis) für uns entscheiden konnten und uns damit auch ein wenig Selbstvertrauen für dieses Spiel holen konnten. Hier nun heute also Ungarn. Ein schwerer Gegner, starke Torfrauen, variable Deckungsformationen, breiter Kader, haben in der Liga bisher nicht viel liegen lassen (nur gegen eine gewisse ESV-Dresden-Mannschaft ...), da müssen wir aufpassen und dürfen nicht nachlassen. Trainer Henk besann uns auf unsere Stärken und brachte heute mal das Küken Alina Grijseels gleich von Beginn an auf die Platte. Die zuletzt stark aufspielende Xenia Smits war leider verhindert und konnte ihre deutschen Hasen nur hinter der Bande unterstützen. Aber Grijseels ersetzte sie hervorragend und man bemerkte nicht, dass sie letzte Nacht bis um 8 feiern war. Diese Küken, die können so was noch …

Die deutsche Mannschaft startete wie die Feuerwehr und konnte gleich mal 5:0 vorlegen. Konter über unsere flinken und grazilen Außen Großmann, Zapf und Berger wurden stark vorgetragen und auch der besser positionierte Nebenmann wurde stets gesehen, da konnte Ungarn nicht viel entgegen setzen. Im Laufe des Spiels wurde Ungarn jedoch stärker, schloss fulminant mit einer 1,60 großen Rückraumspielerin (Anna Kovacs) über den hochgewachsenen Innenblock der Deutschen ab und netzte dabei ein ums andere ein. Der Abstand, den wir uns zu Beginn raus geworfen haben, wurde aber stets gehalten und konnte zur Halbzeit sogar noch auf 8:18 ausgebaut werden. Garant dafür war eine wieder mal gut aufgelegte Dinah Eckerle im Tor, die nicht nur eine Fangquote von mindestens 50 Prozent hatte, sondern auch alle 4 7-Meter parieren konnte. Hätten wir vorne nicht gar so viel liegen lassen und die ungarische Torfrau Eva Kiss berühmt geworfen, wäre ein noch deutlicheres Ergebnis möglich gewesen. Aber diese Kiss spielt ja nicht ohne Grund beim Champions-League Triple-Gewinner Györ, da sind ein paar Paraden auch erklärbar.

Die 2. Halbzeit verlief ähnlich vom Spielverlauf her ab wie die erste. Deutschlands Abwehr stand super, daraus konnten wir viele einfache Tore über die erste und zweite Welle laufen. Ungarn scheiterte oft am Block oder an Eckerle, welche dann gleich selbst wunderschöne Pässe auf die laufenden Kontermäuse spielte. Und wenn wir ins gebundene Angriffsspiel kamen, waren es Meike Schmelzer und Julia Behnke (willkommen zurück, starker Kempa) am Kreis, die für ihre Nebenleute liefen und Sperren stellten. Unsere süße Emily Bölk plagte sich die ganze Woche mit einer fiesen Erkältung und sprang trotz geschwächtem Gemütszustand wie immer höher als jede andere EM-Teilnehmerin. Und unsere Angie Geschke behielt stets den Überblick und netzte nicht nur gewohnt sicher vom 7-Meterpunkt ein, sondern auch aus dem Spiel heraus. Alicia Stolle konnte ihren Größenvorteil vor allem hinten in der Abwehr ausnutzen und blockte einige ungarische Angriffe weg, einen sogar mit ihrem Gesicht.

Und dann war‘s auch schon geschafft. Endstand 33:16 – ein überraschend deutlicher Sieg stand zu Buche, den wir nicht zu letzt unserem Player of the match Dinah Eckerle zu verdanken haben. Eigentlich hätte heute aber auch jede andere zum MVP gekürt werden können. Es war einfach eine klasse Mannschaftsleistung. Von allen Positionen waren wir gefährlich, sodass Ungarn sich auf nichts einstellen konnte.

Es spielten und siegten: Dinah Eckerle im Tor (und Isabell Roch aus der Ferne in Bramsche per live-ticker), Marlene Zapf (2), Ina Großmann (6), Amelie Berger (9), Alicia Stolle (7), Meike Schmelzer (1), Julia Behnke (1), Emily Bölk (3), Alina Grijseels, Angie Geschke (4/1) und Franzi Müler

Und hinter der Bank Xenia Smits, Mia Zschocke, Luisa Schulze, Maren Weigel und Tristan, der süße kleine Junge aus der F-Jugend *dahinschmelz*

Nun bleibt‘s spannend, wie wir am Mittwoch das letzte Hauptrundenspiel gegen die Niederlande gestalten. Wenn wir die auch noch packen, sind wir im Halbfinale. Eine Sensation für diese junge Truppe. Guckt alle fleißig und unterstützt uns :)

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